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Das Drum und Dran ...

Zwergkrallenfrosch Als ich 1967 mit der Aquaristik begonnen habe, war es ein bis dato nur mäßig verbreitetes Hobby und folglich auch noch längst nicht so kommerzialisiert wie heute. Die Becken baute man aus Scheiben, Stahlrahmen (vom Schmied) und Kitt oder Eternit noch selbst. Meinen ersten Filter bastelte ich aus einem alten Plastikrohr und aus einem Haushaltstrichter mit Abdeckungen aus zerschnittenen Fliegenklatschen-Gittern. Blubberpumpen (Membranluftpumpen) waren unverschämt teuer (aber unverzichtbar) und Kreiselpumpen waren unerschwinglicher Luxus. Als Fische gab es lebendgebärende Zahnkarpfen, siamesische Saugschmerlen, Zebras und Makropoden. Und es gab so kleine Glasröhrchen mit Sand, in denen Aphyosemion-Eier enthalten waren. Die findet man heute bestenfalls noch im Museum - obgleich es meiner Meinung nach die farbenprächtigsten Fische überhaupt sind. Da die Fische eine Beckeneinrichtung haben wollten, setzte sich die Bastelei natürlich auch bei der Dekoration fort. Heute kann man das alles fertig kaufen - doch mal ehrlich: Ich würde mir lieber die Füße wund laufen oder einen Hexenschuss holen, als Geld für einen ganz ordinären Stein auszugeben. Und ganz abgesehen davon sieht das selbstgebastelte Dekomaterial häufig auch besser aus als der Kommerzmüll. So ganz nebenbei bekommt man dann auch noch das eine oder das andere von Haltung und Zucht mit. Davon handelt dieses Kapitel. Du findest hier:

1. Das Aquaterrarium (Vivarium)
2. Der Schilf-Wald
3. Steinhöhlen
4. Holzbefestigung
5. Wasserhärteumrechnung
6. Besatzrechner
7. Mehr "Optik" durch die Rückwand
8. Über Eisen
9. Geruchsprüfung
10. Bodengrund-Rechner
11. Regenwassergewinnung
12. Offene und halboffene Abdeckungen
13. Vergiftungen
14. Bioindikatoren - ein kleine "Algologie"
15. Der Stellplatz
16. Im Notfall: Die Blubberpumpe
17. Kreiselpumpenleistung

Wichtiger Hinweis: Wenn im folgenden Text "Silikon" auftaucht, dann handelt es sich um ganz normales, Essigsäure-vernetzendes Silikon (=Baumarkt-Standard-Silikon). Basisch abbindendes Silikon ist zu meiden, denn es ist durch die Abgabe von Giftstoffen ins Wasser völlig ungeeignet!!! Im Zweifelsfalle beim Händler nachfragen!



     
Das Aquaterrarium (Vivarium):

Das Aquaterrarium, mitunter auch als Vivarium bezeichnet, ist eines der interessantesten Becken, die ich je gebaut habe. Es beinhaltet vorn einen Wasser- und hinten einen Landteil und eignet sich gut für Schildkröten oder für Lurche oder für Amphibien, u. U. sogar vergesellschaftet mit Fischen (Verträglichkeiten beachten!). Leider habe ich es damals versäumt, ein Foto davon zu machen - deshalb gibt's hier nur Skizzen. Die Konstruktion ist allerdings denkbar einfach, jedenfalls bei Becken bis etwa 80 cm Länge. Du nimmst ein ganz normales Aquarium und misst dessen Innenlänge. Dann besorgst Du Dir einen genau auf diese Länge abzüglich einen Millimeter zugeschnittenen Glasstreifen von etwa 5-8 mm Stärke und von etwa 12 cm Höhe. Der Streifen muss längs ohne zu verkanten in das Becken passen. Mit schwarzem Silikon (transparentes ist nämlich Schneckenfutter) klebst Du den Streifen im hinteren Drittel der Beckenbreite ein.

Vivarium Vorderseite

      Versuche, die gesamte Kontaktfläche mit dem Silikon zu erwischen, ohne zuviel zu verschmieren. Das heißt, Du musst sparsam mit dem Silikon umgehen. Es wird nur dünn auf die Seiten des Streifens aufgetragen. Den Glasstreifen praktizierst Du leicht verdreht in das Becken, so dass er beim Hineingeben die Seitenscheiben nicht berührt (und damit auch nicht verschmiert). Erst im letzten Moment wird dann genau ausgerichtet - möglicherweise musst Du dazu irgendwas gegen den Streifen stellen. Tipp: Erstmal ohne Silikon üben! Viel Halt hat das Ganze jetzt noch nicht und dicht wird es wahrscheinlich auch noch nicht sein, aber das macht nichts. Das lässt Du jetzt ein paar Tage abbinden. Dann kommt beidseitig vom Glasstreifen eine richtige und von außen aufgebrachte Fuge, damit hinterher auch wirklich alles dicht ist. Jetzt mindestens zwei Wochen trocknen lassen. Die vorderen zwei Drittel des Beckens (der Wasserteil) werden dann gefüllt. Ein dreitägiges Stehenlassen zeigt, ob auch wirklich alles dicht ist. Nun müssen noch etwaige Giftstoffe aus dem Silikon heraus gezogen werden. Dazu werden beide Teilbecken mit Regenwasser gefüllt. Ein paar Tage stehen lassen und Wasser wechseln - wiederholen usw., mindestens 6 Wochen lang.
      Danach geht's an das Dekorieren. Der Landteil kann zwar theoretisch direkt mit (Blumen-) Erde befüllt und bepflanzt werden, doch rate ich davon ab, denn über kurz oder lang kommt es zur Stauwasserbildung und die Pflanzen gehen Dir aufgrund von "nassen Füßen" ein. Besser ist es, eine dünne Torfschicht einzufüllen und den Landteil mit geeigneten Steinen zu füllen (der Torf verhindert Druckspannungen der Steine auf der Bodenplatte). Die Pflanzen werden dann mit Blumentopf eingesetzt (wobei der Topf natürlich "getarnt" werden muss). Am Übergang vom Wasser zum Landteil machen sich geeignete Steine, Moorkienholz oder Mooreiche ganz gut, damit man den Glasstreifen nicht sieht.

Vivarium Seitenansicht

      Die Einrichtung des Wasserteils hängt von den Tieren ab. Bei Schildkröten würde ich auf einen Bodengrund verzichten und stattdessen nur ein paar größere Steine zur Dekoration nehmen - die Viecher machen nämlich soviel Dreck, dass jeder Filter überlastet ist und Dir nichts weiter als ein ständiger Komplett-Wasserwechsel übrig bleibt. Für Lurche und Fische hingegen empfiehlt sich ein nicht zu feiner Kies - und hier hast Du auch die Möglichkeit zur Filtration per Außenfilter.
      Der Filter für ein Vivarium ist eine Wissenschaft für sich. Ein normaler Innenfilter geht mangels Eintauchtiefe nicht (und würde auch nicht ausreichen) und ein Außenfilter ist in Windeseile zu. Am besten funktioniert noch ein Außenfilter, der tiefer als das Becken steht, mit vorgeschaltetem Innen-Vorfilter (wobei der einer Mindest-Eintauchtiefe bedarf, die durch die Höhe des Glasstreifens definiert wird). Per Kreiselpumpe wird das Wasser dann ins Becken zurück gebracht. Und falls Du Lurche oder Amphibien da reinsetzt, dann beachte bitte zwei wichtige Punkte: Erstens sind die Viecher Futterspezialisten (Lebendfutter!) und zweitens verspüren sie von Zeit zu Zeit den unwiderstehlichen Drang, das Vivarium zu verlassen - Du brauchst also eine dichtschließende und gleichzeitig luftdurchlässige Abdeckung. Am besten geht da ein Draht-bespannter Rahmen mit eingearbeiteter Futterklappe. Das wiederum bedeutet aber, dass die Beleuchtung hängend über dem Becken ausgeführt sein muss.
      Vielleicht noch ein paar abschließende Hinweise zu den Maßen des eingeklebten Glasstreifens. 12 cm Höhe stellen so ziemlich das Optimum dar, denn bei weniger hast Du zu wenig Wasser und mehr wirkt optisch nicht. Sollte Dein Vivarium länger als 80 cm sein, dann musst Du einerseits stärkeres Glas verwenden und andererseits noch Verstrebungen vom Glasstreifen zur Rückwand einkleben, damit die mechanische Stabilität gewährleistet ist.


     

      Der Schilf-Wald:

Der Schilf-Wald besteht aus 4-6 mm starkem Bambus, denn die Stäbe faulen im Wasser nicht. Ich habe das selbst über drei Jahre hinweg ausprobiert und den Bambus danach erst rausgeschmissen - aber nicht, weil er vermodert war (OK, einzelne Stäbe gehen schon mal ab, aber das Gros bleibt bestehen), sondern weil ich mit dem Kescher keine Chance mehr hatte, der Überbevölkerung Herr zu werden. Die Bambusstäbe werden in eine chemisch neutrale Kunststoff-Platte gesteckt, welche sich unter dem Bodengrund befindet. Die erste Wahl für die Platte ist PVC, zwischenzeitlich aber nur noch schwer zu bekommen. Acrylglas (Plexiglas) ist die zweite Wahl - alles andere taugt nichts, da es nicht dauerhaft wasserbeständig genug oder aber zu leicht ist. Der Plattenzuschnitt erfolgt je nach angestrebter Größe, am besten mittels Stichsäge und feinzahnigem Sägeblatt (Kanten nachbearbeiten!). Die Plattenstärke muss bei etwa 15...20 mm (ggfs. mehrere dünne Platten übereinander legen) liegen. Die Bohrungen werden mit einem Metall-Bohrer und Tiefenanschlag ausgeführt und die Bohrlöcher sind jeweils ungefähr 2-3 cm voneinander entfernt asymmetrisch versetzt angebracht (andernfalls sieht's hinterher nicht natürlich aus).

Schilf-Platte

Bauphase
      Die Bambus-Stäbe entstammen der Gartenabteilung im Baumarkt. Sie werden ggfs. etwas angespitzt, damit's in die Bohrungen passt. Einstecken und ablängen - nicht kleben! Wenn alles fertig ist, geht's für gut ¼ Jahr ab in die Regentonne, damit etwaige Gift- und Farbstoffe aus dem Bambus rausgezogen werden. Danach kann die Platte in das Aquarium. Ganz wichtig ist dabei die Beachtung der korrekten Reihenfolge. Zuerst wird etwas Wasser eingefüllt. Dann kommt bereits die Platte, da sich keinerlei Kies darunter befinden darf - die Druckspannung durch die Steinchen könnte sonst zum Platzen der Bodenscheibe führen. Schließlich wird dem Auftrieb des "Schilf-Waldes" entgegen gewirkt, indem man die Bambusstäbe mit dazwischen gesteckten flachen Steinen beschwert. Erst danach wird der eigentliche Bodengrund (Kies, Sand) eingefüllt. Und ungefähr so sieht's fertig aus:

Bambusdickicht

      Die Länge des Bambus-Waldes richtet sich natürlich nach der Beckengröße - doch sollte die Plattenlänge die halbe Beckenlänge nicht überschreiten, sonst sieht die Sache nicht mehr natürlich aus. Das die über die Wasseroberfläche ragenden Enden der Bambusstäbe schnell schimmelig werden, stört nicht im geringsten. Ausserdem lässt sich das ja einfach mit einem Küchentuch abwischen - und etwaige (Wasser-) Schimmelsporen werden durch das Diffusor-Spritzwasser gebunden und gelangen selbst bei offener Abdeckung kaum noch in die Raumluft.

      Steinhöhle Steinhöhlen:

Dekorative Steinhöhlen könnte man kaufen - man kann sie aber auch viel einfacher und billiger selbst basteln. Flache Steine aus einem sauberem Gewässer (Bach oder trockengefallene Talsperre) werden gesucht, sauber geschrubbt und 1-2 Wochen i. d. Sonne getrocknet (dabei öfter umdrehen). Dann ist die Höhle erstmal ungefähr zusammen zu setzen, um zu sehen, welcher Stein wohin passen könnte. Das Verkleben erfolgt je nachdem, was man bevorzugt, mit Transparent- oder mit Schwarz-Silikon (Transparentsilikon ist zwar Schneckenfutter, doch können wir diesen Fakt hier aufgrund der recht breiten Klebenute getrost vernachlässigen). Zum Abbinden wird das Ganze 1-2 Wochen möglichst an einem sonnigen, aber trockenen Ort gelagert. Dann geht's zum Entgiften für gut ¼ a ab in die Regentonne. Danach ist die Steinhöhle einsatzfertig. Sie "lebt" ungefähr sieben Jahre lang und fällt dann so nach und nach auseinander - was den Schnecken und ihrem Appetit auf Silikon zuzuschreiben ist.

      Holzbefestigung:

Moorkienholz und Mooreiche sind Standard-Dekomaterialen für's Aquarium. Aber das ist Holz. Und Holz ist nun mal leichter als Wasser. Du kannst natürlich versuchen, die Wurzel mit einem handlichen Mittelgebirge unter Wasser zu halten - aber natürlich wird das nicht gerade gut aussehen. Welche Möglichkeiten gibt's noch? Große Wurzeln kann man mit einem Saugnapf an die Scheibe kleben.

Saugnapfverfahren

      Dazu wird die Wurzel an geeigneter Stelle glatt abgesägt und mit einer Bohrung versehen. Dann nimmt man einen Küchenhaken-Saugnapf, entfernt den Drahthaken und klebt den übrig gebliebenen Saugnapf-Gnubbel mit Silikon in die Bohrung ein. Etwa eine Woche trocknen lassen - fertig. Diese Methode eignet sich allerdings nur für große Wurzeln.
      Ein anderes Verfahren besteht darin, die Wurzel rückseitig an einen Stein zu stellen. An der Kontaktstelle werden Wurzel und Stein jeweils mit einer Bohrung versehen. Ein Plastikdübel dient als Steckverbindung - schnell, sauber und wasserneutral. Zum Bohren legst Du sowohl Holz wie auch Stein am besten auf ein paar Tücher, damit das nicht hin und her wandert. Schließlich gibt es noch Wurzeln, bei denen aufgrund ihrer Form auch das nicht funktioniert. Solche Wurzeln können aber mit transparentem Nylonband von etwa 0,3 mm Durchmesser (gibt's im Bastelgeschäft oder beim Anglerbedarf - notfalls geht aber auch die Nylon-Drachenschnur von den Kindern) ganz einfach an einem Stein festgebunden werden. Die Nylonfäden sieht man dann unter Wasser kaum noch.

Wurzeln

      In diesem Beispiel weist die linke Wurzel eine Dübel-Steckbefestigung auf und die rechte Wurzel ist an einem Stein fest gebunden. Was man allerdings beachten sollte, ist eine halbwegs natürlich aussehende "Unter-Wasser-Lage". Und noch ein letzter Tipp: Man weiß nie, woher das Holz stammt. Ich habe schon Wurzeln erlebt, die Unmengen an Nitrit abgegeben haben - und das leider mehr als nur einmal. Im Geschäft sieht man sowas aber dem Holz nicht an. Es empfiehlt sich daher auch hierbei, das Ganze erst einmal für ein gutes Vierteljahr in der Regentonne zu lagern. Damit wird dann auch das Aquarienwasser nicht mehr so braun ...

      Wasserhärteumrechnung:

Dieser kleine Online-Rechner dient der Umechnung von verschiedenen Einheiten der Wasserhärte, wie man sie mitunter in der Literatur noch findet. Berücksichtigt werden die deutschen Härtegrade dH, die französischen Härtegrade fH, die englischen Härtegrade eH, die GUS-Härtegrade sH (welche gleichzeitig der Konzentration von Ca2+ in mg/l entsprechen) sowie die US-amerikanischen Härtegrade aH.

°dH =

      Es ist in eines der beiden Textfelder einen Betrag einzugeben und die Tabulator-Taste zu betätigen. Bitte beachten: Vor jeder neuen Berechnung sind die Textfelder zwecks Reset sicherheitshalber auf Null zu setzen und das Dezimalkomma muss als Punkt eingegeben werden.

      Besatzrechner:

Es ist nun mal leider eine Tatsache - die meisten Aquarien sind überbesetzt! Es gibt da diese beiden Faustregeln - bei Normalbesatz (d. h. alle Fische beanspruchen den Schwimmraum) rechnet man pro Zentimeter Fischlänge 2 Liter Wasser und wenn das Becken etagenweise "vermietet" wird (z. B. Welse am Boden, Neons in der Mitte, Labyrinther oben) kann man auch noch bis 1,5 Liter Wasser pro Zentimeter Fischlänge gehen. Was die Fischlänge betrifft, da muss man zwangsläufig berücksichtigen, wie groß die Tierre im ausgewachsenen Zustand sind. Der folgende Rechner hilft Dir bei der Rechnerei - damit Dein Becken nicht auch überbesetzt wird.

cm Summe aller Fischlängen bei
erfordert ca. Liter Wasser-Mindestvolumen.

      Es ist in eines der beiden Textfelder einen Betrag einzugeben und die Tabulator-Taste zu betätigen. Bitte beachten: Vor jeder neuen Berechnung sind die Textfelder zwecks Reset sicherheitshalber auf Null zu setzen und das Dezimalkomma muss als Punkt eingegeben werden. Wichtig: Zu beachten ist unbedingt, dass zum errechneten Mindest-Wasservolumen nochmal ungefähr 10% hinzukommen - das ist nämlich in etwa das, was von der Dekoration beansprucht wird. Wenn Du also bei Normalbesatz mit 25 cm Fischlänge 50 Liter Mindestwasservolumen ausgerechnet hast, dann musst Du schon ein 55l-Becken nehmen, weil 5 Liter (eben die 10%) von Steinen, Pflanzen und Wurzeln beansprucht werden - den Bodengrund noch nicht mal mit gerechnet!

Bodenbewohner
Mit so etwas kannst Du das Becken etagenweise besetzen.

      Mehr "Optik" durch die Rückwand:

Rückwände gibt es fertig als Poster zu kaufen. Aber so ein Poster erkennt man nur allzuoft. Mein Fall ist das nicht - jedenfalls nicht das Poster allein. Aber mit dem Poster lässt sich etwas anfangen - damit kann man nämlich das Becken optisch "vergrößern". Du brauchst dazu Dekomaterial - und das findest Du im Wald: Trockenes Holz, Baumrinde, trockene Gräser. Das gesammelte Material lässt Du vorsichtshalber noch so zwei bis drei Wochen im Keller, auf dem Dachboden oder so trocknen - dann ist ein Verschimmeln praktisch ausgeschlossen. Im einfachsten Fall fertigst Du Dir als Rückwand jetzt eine zu den Abmessungen des Aquariums passende Styropor-Platte an. Da wird das Poster mit Nadeln drauf gesteckt. Und auf dem Poster platzierst Du jetzt das getrocknete Dekomaterial. Anschließend fixiert Du es mit Transparent-Silikon.

Styropor-Rückwand

      Ein paar Tage trocknen lassen und Du kannst die Rückwand hinter das Becken stellen. So etwas sieht viel echter aus als das Poster allein. Bei einer Weiterentwicklung davon baust Du Dir passend zu den Beckenmaßen einen Sperrholz-Kasten von ungefähr 10 Zentimeter Tiefe, der mit dem Poster ausgekleidet wird. Das Poster klebst Du mit doppelseitigem Klebeband (Teppichklebeband) auf. Dabei ist es wichtig, von innen nach außen zu arbeiten, damit keine Falten entstehen. Auch diesen Kasten dekorierst Du zusätzlich noch mit dem Material aus dem Wald.

Kasten-Rückwand

      Bei der letzten Form lässt Du den Deckel des Kastens weg. Stattdessen kommt da eine zusätzliche Beleuchtung drauf. Jetzt kannst Du auch ein paar immergrüne Zimmerpflanzen in (kleinen) Blumentöpfen da mit rein stellen und das Ganze hinter das Becken schieben. Diese Art der Rückwand sieht etwa so aus:

Beleuchtete Rückwand

      Optisch bietet sie den mit Abstand besten Effekt. Das Becken sieht wirklich wesentlich tiefer und durch die Pflanzen dahinter täuschend echt aus. Aber: Die Zusatzbeleuchtung heizt das Becken auch zusätzlich auf. Möglicherweise kannst Du dann auf den Heizstab sogar komplett verzichten. Dann hat die beleuchtete Rückwand aber auch noch einen anderen Riesenvorteil: Beim Reinigen des Innenfilters lässt sie Dich nicht im Dunkeln stehen.

      Über Eisen:

Eisen ist im Aquarium eigentlich das Spurenelement, welches das Pflanzenwachstum definiert. Alle anderen Spurenelemente sind in der Regel reichlich vorhanden - aber das nützt wenig, wenn Eisen fehlt. Es handelt sich übrigens um das gleiche Phänomen wie bei den so genannten Schüssler Salzen: Es nützt gar nichts, reichlich von den anderen Spurenelementen zu haben, weil einzig das, welches in zu geringem Maße vorhanden ist, die Gesamtaufnahme definiert. Das Fehlen von Eisen kannst Du leicht an der als Chlorose bezeichneten Mangelkrankheit erkennen: Die Pflanzen bekommen blassgrüne, ja teilweise sogar gelbe Blätter (das läuft bei Zimmerpflanzen übrigens ganz genauso ab). Bis zum Verfaulen und zur Blaualgenbildung ist es dann meist nur noch ein kleiner Schritt! Fügt man dem Wasser aber Eisen hinzu, dann geht das Pflanzenwachstum richtig los. Gerade Pflanzen mit rotem Blattwerk (wie z. B. Ludwigien) brauchen sehr viel Eisen. Um Eisen hinzu zu fügen, gibt es drei Möglichkeiten. Zum einen kannst Du natürlich einen Eisendünger kaufen. Aber der ist nicht nur unverschämt teuer, sondern nur allzu oft auch schwer zu bekommen. Verfalle lieber nicht auf den Gedanken, stattdessen den vom Händler angepriesenen Pflanzen-Volldünger zu nehmen - das darin enthaltene Eisen ist nämlich spätestens nach zwei Tagen "verbraucht" und es ist wieder alles beim alten. Mit dem, was dann davon noch übrig ist, überdüngst Du das Wasser nur! Der Händler will verkaufen (weil er ja schließlich davon lebt). Die zweite Möglichkeit des Eisenzusatzes ist die Beste. Sie war früher weit verbreitet und hat heute Seltenheitswert. Pferde vertragen nämlich als Hufnägel nur Reineisen ohne Legierungszusätze. Besorg Dir also ein paar alte Hufnägel (Ansprechpartner sind die Leute vom Bauern- oder vom Reiterhof und falls es sowas bei Dir nicht gibt, dann kann Dir Dein örtlicher Tierarzt sicherlich welche nennen oder Du suchst auf einem Flohmarkt danach) und gib etwa einen Nagel pro 50 Liter Wasser ins Becken. Die rosten da so langsam vor sich hin und das dabei gelöste Eisen wird von den Planzen in dem Maße, in dem sie es brauchen, aufgenommen. Falls Du Hufnägel übrig hast, dann steck sie auch in die Blumenerde der Zimmerpflanzen - die werden es Dir danken. Ganz wichtig: Nimm NIEMALS "normale" Nägel - die darin enthaltenen Legierungsbestandeile wirken giftig! Mineralquelle
      Für die dritte Möglichkeit des Eisenzusatzes brauchst Du etwas Glück. Die funktioniert zwar im Grunde genommen genau so wie die Hufnagel-Variante, aber anstelle der Hufnägel nimmst Du Steine mit einem Eisenbelag. Wenn es in Deiner Nähe eine Mineralquelle gibt, deren Bachlauf so über die ersten zehn Meter durchgehend rostrot verfärbt ist, dann hast Du gute Chancen. Wenn dann da noch Holz drin liegt, das nicht schwimmt, sondern untergeht, dann hast Du eigentlich schon gewonnen - weil das nämlich mineralisiert ist. Nimm mal ein paar Steine vom Bodengrund mit (kein Holz, denn das würde proportional zur Eisenabgabe anfangen zu faulen). Einen Stein legst Du in etwas Leitungswasser und wischt ihn ab. Schütteln, abwischen usw., bis das zuvor klare Wasser eine deutliche Verfärbung angenommen hat. Mit diesem Wasser machst Du jetzt einen regulären Eisentest, bei dem es auf das "Wieviel" gar nicht so ankommt. Wichtig ist nur: Wenn der Eisentest mehr als nur positiv ausfällt, dann leg ein paar von den betreffenden Steinen ins Becken: Sie funktionieren wie die Hufnägel. Sollte der Eisentest jedoch negativ ausfallen, dann wirf die Steine weg - bei dem Belag handelt es sich wahrscheinlich um Algen.
      In natürlichen Gewässern findet man Eisen in Konzentrationen von 0,03 bis etwa 0,3 mg/l - im Aquarium stellen sich mit den dargestellten Verfahren konstant (über Lösungsgleichgewichte) ca. 0,05...0,1 mg/l ein. Damit bist Du auf der sicheren Seite, denn die Vergiftungsgrenze liegt bei 0,9 mg/l. Und die Pflanzen brauchen das Eisen dringend. Nach spätestens 2 Wochen sind etwaige Chlorose-Anzeichen verschwunden; die Pflanzen wuchern - und falls nicht, dann lag's mit Sicherheit nicht am Eisen. Erfahrungsmäß sind solche "Eisensteine" nach etwa einem Vierteljahr erschöpft und zu wechseln.

      Geruchsprüfung:

Wenn Dein Aquarium irgendwie komisch aussieht, ohne dass Du genau sagen kannst warum, dann vergiss erstmal die ganze Wassermesserei und rieche am Wasser. Das weist Dich nämlich über die Mikroorganismen als Bioindikatoren nur allzu oft auf mögliche Störungen hin, bei denen es - wenn Du sie dann erst deutlich sehen kannst - schnell zu spät ist. Beim Geruch bedeuten:

Geruch Bedeutung
Erde/ muffig

Ist ein Garant für Blaualgen, auch dann, wenn sie sich noch verstecken. Such mal Dein Becken ab!

Fisch

Sowas deutet auf Kieselalgen hin. Meist sind dann auch irgendwo noch Braunalgen mit von der Partie. Beides setzt voraus, dass der Sauerstoffgehalt viel zu gering ist. Was könnte den Sauerstoff aufzehren bzw. zu zuwenig Sauerstoff führen? Temperatur? Defekter Diffusor? Verstorbene Apfelschnecke? Verschmutzter Filter? Versteckte Leichen? Mulmanreicherung im Bodengrund?

Grasartig/ aromatisch

Das deutet auf potenziell wasserblütenbildende Mikroorganismen wie z. B. Grünalgen hin und ist eigentlich ganz normal - jedenfalls solange es nicht zur Wasserblüte kommt.

Moderig/ faulig

Höchste Alarmstufe! So ein Geruch besagt, dass es in absehbarer Zeit zum Umkippen des Wassers kommt (Ausnahme: Modergeruch durch Torfeinsatz), weil sehr starke Verunreinigungen vorhanden sind. Wenn das Becken schon länger als ein halbes Jahr steht, dann solltest Du ein Auge auf Deinen Bodengrund haben. Da passiert die Faulung nämlich zuerst, sofern Du den nicht hin und wieder mal umgerührt hast. Und falls Du jetzt erst ans Umrühren denkst, dann achte auf den Sauerstoffgehalt und bereite Dich auf einen größeren (Not-) Wasserwechsel vor.


     
Bodengrund-Rechner:

Immer dann, wenn ein Becken neu einzurichten ist, stellt sich Frage nach der Menge des benötigten Bodengrunds (Kies bzw. Sand). Häufig wird so etwas nur grob geschätzt und es ist hinterher zu wenig oder es bleibt zuviel übrig. Mit dem Bodengrund-Rechner kommst Du da besser rum.

Beckenlänge: [cm]
Beckenbreite: [cm]
Höhe des Bodengrundes: [cm]



Das Volumen des Bodengrundes beträgt etwa Liter.
Dies entspricht ungefähr Kg Sand oder Kies.

Uralt-Becken

Eines meiner noch "kindlichen" Uralt-Becken Ende der Sechziger - als Bodengrund und Dekoration irgendwo noch reine Glückssache waren ..."

      Regenwassergewinnung:

Regenwasser (nach einem längeren Regen, damit der Schmutz aus der Luft rausgewaschen ist) ist ein ideales Mittel, um die Wasserwerte einzustellen. Doch dazu musst Du das Regenwasser erstmal auffangen, und da gibt's verschiedene Möglichkeiten.
      RegentonneIm einfachsten Fall hast Du ein Fallrohr mit einer Klappe darin, über die das Wasser in die Regentonne laufen kann. Dieses Verfahren ist allerdings eine denkbar schlechte Lösung, werden doch Laub, Schmutz vom Dach usw. ebenfalls mit aufgefangen, so dass es mit der Wasserqualität nicht weit her ist. Meist ist solches Regenwasser gefärbt und trüb. Wenn Du lange genug wartest (damit das ganze Zeug sich absetzt), dann kannst Du dieses Wasser normalerweise dennoch verwenden (unbedingt vorher Nitrit messen!). Allerdings kann das Sedimentieren verdammt lange dauern. Aber es gibt eine Möglichkeit zur Beschleunigung - nämlich durch den Zusatz eines Flockungshilfsmittels (FHM). Industrielle FHM bestehen aus Polyvinylalkoholen, welche in schon fast homöopathischer Dosierung eingesetzt werden. So etwas wirst Du kaum bekommen. Aber Cellulosepolymere tun es auch. Und die kannst Du kaufen: Dabei handelt es sich nämlich um ganz ordinären Tapetenkleister - die Sorte ist egal! Dazu füllst Du ein 250ml-Honigglas mit Leitungswasser und gibst eine gehäufte Messerspitze Tapetenkleister hinein - dann auflösen. Davon werden 2-5 ml auf die volle 300l-Tonne gegeben und verrührt. Das schadet den Tieren nicht und der Dreck setzt sich im Vergleich zu vorher ungefähr doppelt so schnell ab.
      Dann gibt es noch die Fertigfilter-Systeme der verschiedenen Hersteller. So etwas ist natürlich besser, weil da der ganze Schmutz rausgefiltert wird. Problematisch ist allerdings das Einsetzen eines solchen Filters in das Fallrohr: Du braucht da wirklich zwei millimetergenaue und absolut waagerechte Schnitte (kleine Ungenauigkeiten lassen sich allerdings mit selbstverschweißendem Pannenband abdichten). Sehr gute Erfahrungen habe ich mit dem Gardena-Sammler gemacht (ganz im Gegensatz zu dem von Marley). Wenn die Regentonne in einer Ebene mit dem Auslauf des Sammlers steht, dann tritt der "Tonne-Voll"-Überlauf automatisch in Funktion. Wenn die Tonne niedriger als der Sammler-Auslauf steht, dann solltest Du dem Sammler noch einen Schieber für den Fall, dass die Tonne voll ist, nachschalten.

Sammlerprinzip

      Und dann musst Du noch auf einen internen Bypass für den Winterbetrieb achten - dabei läuft das Wasser einfach am Filter vorbei. Bei Gardena hat man das ganz einfach durch eine drehbare Klappe gelöst.

Gardena-SammlerEingebauter Sammler

      Zusätzlich existiert noch eine dritte, weitaus rustikalere Möglichkeit der Regenwassersammlung, die ich persönlich aber für das Nonplusultra halte, weil man damit das sauberste Wasser gewinnt. Was Du wieder brauchst, ist die einfache Klappe im Fallrohr - genau wie bei dem ersten Verfahren. Aber jetzt befindet sich ein Deckel auf derTonne, in den ein Ausschnitt eingebracht worden ist. Und in diesen Ausschnitt passt bündig ein Wasserpflanzen-Pflanzkorb aus dem Baumarkt (z. B. für Seerosen oder sowas - schau mal in die Gartenteich-Abteilung). Der Pflanzkorb ist mit einem alten Tuch, das mit einem Einmachgummi befestigt wird, ausgekleidet. Das Tuch wirkt als Feinfilter.

Bestes Sammelverfahren

      Wenn Du jetzt aber das Pech haben solltest, Regenwasser ohne Filter aufgefangen zu haben und es sich um eine mehr oder weniger trübe Brühe handelt (oder wenn Du aufgrund der uralten Dachrinnenanlage von einer nicht unerheblichen Zinkbelastung ausgehen musst), dann gibt es noch die - zugegebenermaßen ziemlich mühselige - Möglichkeit der nachträglichen Filtration. Dazu brauchst Du eine 1l-Kunststoff-Flasche mit weiter Öffnung. Notfalls tut es aber auch eine gereinigte (!) Spiritusflasche, bei der Du das Schraubgewinde großzügig weggeschnitten hast. Die Flasche wird am Boden mit Bohrungen versehen und wie folgt befüllt:

Einfacher Regenwasserfilter

      Beim Befüllen muss alles gut fest gedrückt werden, damit es auch reinpasst. Vor der ersten Verwendung spülst Du nun das Ganze mit zwei bis drei Litern Leitungswasser, damit der Kohlenstaub rausgewaschen wird - je langsamer, desto besser (ich sagte ja: mühselig!). Dann kann die Filtration beginnen. Gib das Regenwasser langsam hinein, so dass Du auf eine Durchflussgeschwindigkeit von etwa 0,5 l/Min. kommst (je langsamer desto besser). Das Regenwasser wird dadurch zwar nicht zum "Trinkwasser", aber es wird deutlich sauberer, wie ich wiederholt feststellen konnte. Ob die Filterfüllung erschöpft ist, merkst Du am Ablauf. Wenn da die gleiche, grau-trübe und seifig schmeckende Soße rauskommt wie oben drauf gegeben, dann ist es Zeit, einen neuen Filter zu basteln.
      Und noch ein abschließender Hinweis: Nimm im Winter keinen aufgetauten Schnee als Regenwasserersatz. Die Schneeflocken wirken nämlich wie ein Filter für jeden Dreck, der in der Luft rumfliegt. Die daraus resultierende Wasserqualität ist einfach schauderhaft und der pH-Wert ist meist auch viel zu niedrig.

      Offene und halboffene Abdeckungen:

Wenn Du Schwimmpflanzen - sowas wie beispielsweise Ceratopteris oder so - hast oder wenn Du Dein Becken mit Blüten-bildenden Wasserpflanzen, welche die Wasseroberfläche durchbrechen, besetzt hast, dann erweist sich die Beckenabdeckung meist als Hemmschuh. Schwitzwasser tropft runter, die Blätter bekommen Fehlstellen, beginnen zu faulen und als nächstes musst Du Blaualgen entfernen. Aquarien ohne Abdeckung sowie Becken mit halboffener Abdeckung haben daher ihren ganz eigenen Reiz. Und im Sommer den ganz großen Vorteil, Überhitzung vermeiden zu helfen. Ich habe dazu ein paar (erprobte) Vorschläge, die ich Dir nicht vorenthalten will.

Ohne Abdeckung

      Dabei handelt es sich um ein altes Rahmenbecken, gänzlich ohne Abdeckung. Vorteil: Die Pflanzen können wuchern! Nachteil: Du benötigst zwangsläufig eine hängende Beleuchtung und die Technik lässt sich nicht so ganz verbergen. Diese Probleme treten bei der halboffenen Abdeckung nicht auf:

Hochgesetzte Abdeckung

      Hier ist die Abdeckung mit Hilfe von Holzklötzen nach oben gesetzt worden. Das Ganze ist wesentlich stabiler, als es aussieht - wie Du an dem als Filtrierer eingesetzten Philodendron oben auf dem Becken erkennen kannst. Nachteil: Das Ganze geht nur mit Rahmenbecken - und die gibt's praktisch nicht mehr. Und: Springende Fische oder Viecher, die nachts gerne mal "zum Grasen" das Land aufsuchen (wie z. B. verschiedene Welsarten) darfst Du nicht halten.
      Doch auch mit "Komplett"-Becken (Juwel oder so ...) kannst Du eine halboffene Abdeckung bewerkstelligen. Die haben nämlich obendrauf diese Futterklappe. Die nimmst Du raus und ersetzt sie durch einen Holzrahmen (imprägniert z. B. mit Kettenfett vom Fahrrad, damit es nicht fault), den Du mit Fliegengitter bespannt hast.

Ersetzte Futterklappe

      Das funktioniert genau so gut. Als Holz verwendest Du 4-Kant-Profile 8*8mm aus dem Baumarkt. Die Profile werden zugeschnitten und mit einem 2-Komponenten-Kleber stumpf verklebt. Wichtig: Millimetergenau arbeiten!!! In die Ecken kommt dann zur Verstärkung noch ein kleines Holzklötzchen und mittig setzt Du ein paar Querstreben - je nach Länge des Futterklappenersatzes. Vorteil: Bei einer solchen Abdeckung kannst Du auch Fische halten, die zum Springen neigen.
      Nachteile haben offene und halboffene Abdeckungen allerdings auch - so bildet sich vergleichsweise oft eine Kahmhaut. Und: Falls Du Labyrinther hältst, dann ist die u. U. über die Wasseroberfläche streichende Zugluft absolutes Gift für die!

      Vergiftungen:

Vergiftungen lassen sich leider (!!!) nie ganz ausschließen. Nach ungefähr 25 Jahren Wasseranalysen im Labor und nach ungefähr gut zehntausend Untersuchungen dabei kann ich Dir auch einige Richtwerte dazu geben, was für Fische giftig ist. Diese Richtwerte zeigt die folgende Tabelle:


Stoff Giftig ab... Hinweis
Aluminium (Al)

5 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Kann eigentlich nur durch ungeeignete Wasserlagerung/ ungeeignetes Deko-Material ins Becken gelangen.

Chlor (Cl)

0,2 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Gechlortes Leistungswasser ohne Stehenlassen verwendet???

Chlorid (Cl-)

200 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Kommt häufiger vor, wenn Medikamente zugesetzt werden!

Eisen (Fe)

0,9 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Passiert beispielsweise dann, wenn Du Wasser aus einer uralten Blech-Regentonne verwendest.

Kupfer (Cu)

0,14 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Kommt bei niegelnagelneuen Wasserleitungen oder Kupferdachrinnen öfters vor.

Schwefelwasserstoff (H2S)

(Spuren!)

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Bildet sich oft und gerne im unzureichend belüfteten Bodengrund!

Nitrat (NO3-)

10 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Die meisten Fische vertragen mehr, aber es gibt auch empfindliche Arten. Nitratanreicherung ist immer ein Anzeichen für einen längst überfälligen Wasserwechsel!

Nitrit (NO2-)

0,15 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Nitrit bildet sich in unzureichend eingefahrenen Becken (sogenannter Nitritpeak) oder aber dann, wenn der pH-Wert das Überleben der Nirtifikationsbakterien nicht mehr sicher gewährleistet (pH über 7,3). Die Bakterien können auch durch Medikamentenzusatz abgetötet worden sein! Oder Dekoholz gibt was ab ...

Ammoniak (NH3)

0,2 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Ob Ammoniak entsteht, ist zumeist nur eine Frage des pH-Wertes bzw. der Karbonathärte.

Zink (Zn)

5 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Passiert eigentlich nur dann, wenn Du sehr viel Regenwasser aus uralten Dachrinnen oder aber aus einer Zinkwanne verwendest. Der Zinkanteil lässt sich übrigens mit einer Filtration des Regenwassers vor der Verwendung über Aktivkohle deutlich reduzieren, denn das Zeug liegt im Wasser eher suspendiert als völlig gelöst vor!

Insektizide

5 µg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Sprühe niemals (!) in Räumen, in denen ein Aquarium steht, Insektizide wie z. B. Fliegentod oder sowas!!!

Phenole

(Spuren!)

Äußert sich am ganzen Körper und damit auch am Verhalten. Die Tiere scheuern und springen. Phenole entstammen beispielsweise Klebern oder sind Abbauprodukte von Plastik-Weichmachern oder sie kommen in Medikamenten vor. Hast Du in der letzten Zeit irgendwas Neues in der Richtung ins Becken gegeben?

Detergentien

5 mg/l

Äußert sich zuerst an den Kiemen. Detergentien sind Spülmittel! Hast Du mit irgendwas Spülmittel-verseuchtem im Becken rumgefummelt?

      Für einige dieser Substanzen bekommst Du die erforderliche Messtechnik im aquaristischen Fachhandel. Diese "Tropfentests" sind zwar nicht sonderlich genau, aber zur Beurteilung von Aquarienwasser reichen sie allemal aus. Alternativen dazu bieten sich durch die Aquamerck-Wasserlabor-Serie (für Nicht-Chemiker schwer zu beschaffen!) oder aber durch einen der Greenpeace-Umweltmesskoffer (teuer!) an. Wenn Du Zugang zu einem chemischen Labor hast (oder jemanden kennst, der in einem entsprechend ausgestattetem Labor arbeitet), dann wird's einfacher ...

      Bioindikatoren - ein kleine "Algologie":

Algen zählen zu den ältesten Lebewesen unserer Welt - sowohl zu den Kleinsten wie auch zu den Größten. Sie sind in fast jedem Ökosystem zu finden und so auch im Aquarium. Hier allerdings gelten sie als Plagegeister - warum eigentlich? Sie stören doch nur, wenn sie überhand nehmen - und dagegen hilft mechanisches Entfernen. Aber man kann sie im Aquarium auch durchaus als Bioindikatoren betrachten:


Alge Kennzeichnet Wasserqualität
Grünalgen (&quotPelzalgen")

Gute Wasserqulität, nährstoffreich

Grünalgen (und "Wasserblüte")

Nährstoffüberangebot - Wasser könnte besser sein, da belastet

Bartalgen

Gute Wasserqualität, sauerstoffreich und Strömung

Pinselalgen ("Büschelalgen")

Nährstoffreiches, leicht alkalisches Wasser

Kieselalgen ("Braunalgen")

Zu hartes, belastetes Wasser und Lichtmangel

Blaualgen ("Schmieralgen")

Nitratüberschuss, Faulung, Sauerstoffmangel - also sehr stark belastetes Wasser

Kieselalge

Kieselalgen sind unter dem Mikroskop zwar ganz hübsch anzusehen (Aufnahme: REM, *8600, 25 kV, entwässert durch aufsteigende Alkoholreihe und Lufttrocknung), im Aquarium aber absolute Schei...

      Wenn die Algen bei Dir überhand nehmen sollten, dann entferne sie mechanisch und ändere ggfs. die Wasserqualität - das ist zwar ziemlich mühsam und u. U. auch langwierig, aber auch die beste Methode. Bei Blaualgen sogar die Einzigste! Wende NIEMALS chemische Algenvernichtungsmittel an, wenn Dir Deine Tiere lieb sind! Bis auf den Sand oderKies bekommst Du damit nämlich alles kaputt (gilt auch für Schneckentod).

      Der Stellplatz:

Prinzipiell kannst Du ein Aquarium überall hin stellen. Jahrelange Erfahrung hat mich aber gelehrt, dass der Stellplatz des Beckens einen beträchtlichen Einfluss auf den Erfolg der Aquaristik ausüben kann. Über Anmerkungen zum Stellplatz schweigt sich die Fachliteratur allerdings aus. Deswegen gibt's diese Ausführungen hier.
      Aquarien sind extrem schwere Möbelstücke, denn immerhin wiegen 50 Liter Wasser schon mal einen Zentner! Steine usw. kommen noch hinzu und erhöhen das Gewicht - und 50 Liter wären ein sehr kleines (!) Becken. Der Aufstellort muss daher dem Gewicht Rechnung tragen. Es empfiehlt sich grundsätzlich, 300 kg pro Quadratmeter nicht zu überschreiten und bei größeren Becken wird das Gewicht über den Unterschrank auf eine größere Fläche verteilt.
      Unterschränke gibt es im Fachhandel. Leider sind das meist mehr oder weniger filigrane Spanplattengebilde, welche zwar anfangs ihren Dienst tun, nach längerer Standzeit aber immer wackeliger werden. Mir selbst ist es schon passiert, dass ich ein Becken allein nur deshalb ausräumen musste, weil der Unterschrank den Geist aufgab - das Becken schwankte jedesmal, wenn jemand vorbei ging! Das ist mir aber nur einmal passiert. Seitdem verwende ich x-beliebige Unterschränke (kann auch ein Billigprodukt aus dem Bau- oder Möbelmarkt sein), welche ich nachträglich selbst verstärke. Zur Verstärkung wird innenseitig eine Konstruktion aus 80mm-Kanthölzern eingezogen (Gartenfachmarkt!) und mittels Zierschrauben von außen mit den Seitenwänden und mit dem Boden verschraubt (min. 8mm-Schrauben). Sowas ist zwar barbarisch schwer, aber es hält - ewig! Zu beachten ist dabei eigentlich nur, dass die eigentliche Tischplatte eine Stärke von mindestens 20 mm aufweist.
      Ideal als Platz für den Unterschrank ist eine Raumecke, denn dort ist i. d. R. auch die Stabilität des Bodens am größten. Wenn das nicht geht, dann sollte das Becken möglichst mit einer Seite in unmittelbarer Wandnähe stehen. Das freistehende und als Raumteiler aufgebaute Becken hat zwar was, wird aber unweigerlich irgendwann anfangen, gefährlich zu schwanken. Es sei denn, Du verwendest einen gemauerten Sockel (sehr, sehr schwer!) anstelle des Unterschranks. Dann geht's - habe ich zumindest beim 540l-Becken festgestellt. Für die freie Aufstellung im Raum dagegen sind 120 Liter auf einem Holzunterschrank u. U. schon zu viel! Auf den Unterschrank (oder Sockel) kommt jetzt das Becken. Besonders gut macht es sich, wenn der nächste Heizkörper nicht weiter als einen Meter entfernt ist - denn dann profitiert das Aquarium stark von der "natürlichen" Raumbeheizung.
      Im Hinblick auf den später unweigerlich notwendigen Wasserwechsel (empfehlenswert sind wöchentlich ca. 20% des Wasservolumens) ist es von Nutzen, wenn man die Schwerkraft verwenden kann. Es sollte sich also ein nicht allzu hoher Schrank (auf den man den Frischwassereimer stellen kann) in unmittelbarer Nähe befinden. Alternativ geht es aber auch, wenn man dazu kurzfristig eine Trittleiter aufstellen kann - nur für die muss der Platz natürlich auch da sein. Dann habe ich noch mehrfach feststellen können, dass es sich sehr gut macht, wenn das Becken etwa eine Stunde lang täglich (nicht länger!) volles Sonnenlicht abbekommt. Die Pflanzen werden es Dir durch Wachstum danken. Und man glaubt gar nicht, wie bunt bestimmte Fische (z. B. die Aphyosemion-Arten - "Killifische") im Sonnenlicht schillern; ein Neon sieht dagegen etwa so farbenfroh aus wie ein Engerling. Der Sonnenlichteinfall muss übrigens gar nicht mal direkt erfolgen. Betrachte mal Deine Wohnung - gibt es da nicht eventuell einen Spiegel, ein spiegelndes Bild oder die spiegelnde Glasfront eines Schrankes? Wo fällt das reflektierte Licht hin?
      Hinsichtlich des Wassers ist das Aquarium ein zeitweise geschlossenes System. Jedenfalls zumindest bis zum Wasserwechsel. Oder so lange, bis ein Filterschlauch einen unheimlichen Drang nach Freiheit und Abenteuer verspürt, bis die Schnecken den Diffusor-Ansaugschlauch verstopft haben oder bis die Kinder so lange mit einem Gegenstand klopfen, bis eine Scheibe platzt. Aber auch das geschlossene System bedarf der Energiezufuhr - sprich: Strom wird gebraucht. Beleuchtungsabdeckung, Rückwandbeleuchtung, Heizung, Filter, ein Anschluss für die Notfallinstallationen - das sind schon minimal fünf Steckdosen. Die sollten in unmittelbarer Nähe des Stellplatzes auf jeden Fall vorhanden sein. Dreifach- oder Vierfach-Steckdosenverlängerungen gehen zwar auch, bilden aber nur allzuoft hochinteressante Stolperfallen. Und wenn da jemand drüber stolpert, dann geschieht (frei nach Murphy's Gesetz) immer das, was den größtmöglichen Schaden verursachen wird. Sprich: Das Becken wird auf jeden Fall in Mitleidenschaft gezogen werden - bis hin zur Überschwemmung (was in Verbindung mit Strom zu beeindruckenden Lichtkaskaden führt ...). Also empfiehlt es sich, solche Kabelstolperfallen von vornherein zu vermeiden.
      Das das Becken auf eine Styroporunterlage gehört, ist selbstverständlich. Die kleinste Unebenheit bewirkt andernfalls nämlich mit absoluter Sicherheit das garantierte Platzen der Bodenscheibe. Deren Todesschrei ist ein kurzer, trockener Knacks. Danach wird's nass ... Erfahrungsgemäß kommt aber irgendwann auch mal der Zeitpunkt (vielleicht erst nach Jahren), an dem das Becken bewegt werden muss - weil man die Wohnung umräumt oder so. Für solche Fälle empfiehlt es sich, gleich Vorsorge zu treffen. Die Vorsorge besteht darin, zusätzlich unter die Styroporplatte noch eine stabile Holzplatte (Leimholz - keine Spanplatte!) zu legen, also beispielsweise einen Restholzzuschnitt aus dem Baumarkt. Wenn man einen Großteil des Wassers ablässt (für spätere Wiederbefüllung aufheben!) und die schwersten Deko-Elemente entfernt, dann kann man aufgrund der Holzplatte mit zwei Personen das Becken ganz gut ein Stück weit transportieren - z. B. auf einen (stabilen!!!) Teewagen o. ä. Man hebt dazu einfach alles mitsamt der Platte hoch.
      Soviel zu den Gegebenheiten, die die aquaristische Fachliteratur verschweigt bzw. stillschweigend voraussetzt. Berücksichtige die Hinweise und Du kannst Dir ein Becken zulegen und es einrichten. Über die Einrichtung will ich mich hier nicht weiter auslassen, die ist Geschmackssache. Vielleicht nur soviel: Ich finde Sand als Bodengrund ganz toll. Aber über kurz oder lang "verschwindet" der so nach und nach im Filter (welcher davon verstopft wird). Kies dagegen kann man sogar durch Aufrühren vom Mulm reinigen, was einer Bodengrundfaulung vorbeugt. Da muss man eben abwägen ... Und ob Du den Plastiktaucher, bei dem Luftblasen aus den Ohren perlen (Kitsch as Kitsch can!) tatsächlich Deinen Tieren antun willst, dass musst Du wirklich selbst entscheiden.

      Im Notfall: Die Blubberpumpe

Irgendwann wirst Du mal für ein paar Wochen außer Haus sein (Urlaub, Dienstreise ...) und deshalb die Pflege Deines Aquariums jemandem anvertrauen müssen, der davon keine Ahnung hat. In dieser Zeit wird irgendwas passieren - normalerweise beginnt es mit dem restlos verstopften Filter, weil trotz aller gutgemeinten Ermahnungen viel zu viel gefüttert worden ist. Das ist nun mal so und es ist auch unvermeidlich. Der Filter filtert dann nicht mehr und der Diffusor tritt in unbefristeten Bummelstreik. Als Folge davon finden zahllose biochemische Abbauprozesse im Aquarienwasser statt und verbrauchen übermäßig viel Sauerstoff, wodurch der Sauerstoffgehalt in die Knie geht. Als erstes klappen Deine Tiere die Kiemen unter'm Bauch zusammen, dann schwimmen sie bauchoben und dann gehen sie unter und rühren sich nicht mehr. Danach beginnt das Wasser, penetrant zu stinken und das war's dann. Auch solche "Schicksalsschläge" habe ich mehrfach hinnehmen müssen und da nützen auch Futterautomaten oder gar das Verstecken des Fischfutters nichts (findige Personen kaufen das nämlich nach und sagen "Das Futter war alle!"). Interessant ist daran eigentlich nur noch, dass derartige Vorfälle vollkommen Personen-unabhängig auftreten - also ganz egal, wem man die Pflege des Beckens "aufdrückt"!
      Soweit wie oben dargestellt muss es aber nicht kommen. Mit einer korrekt dimensionierten Blubberpumpe (sorry - die korrekte Bezeichnung lautet "Membranluftpumpe") kann vorgebeugt werden. Tipp am Rande: Die Dinger sind ziemlich teuer (überteuert, wie ich meine). Sehr preisgünstig lassen sie sich aber manchmal auf Flohmärkten ergattern - sogar noch originalverpackt! Aber: "Korrekt dimensioniert" - was bedeutet das? Welche Luftleistung muss die Pumpe bringen? Dazu dient der folgende Rechner. Du musst lediglich das Volumen Deines Beckens eingeben:

Bitte das Beckenvolumen eingeben: Liter.

Der Luftdurchfluss muss zwischen l/h und l/h liegen.

      Dem Rechner zugrunde liegen die beiden emprisch ermittelten Formeln:

Dmax = 1,17 * BV + 15,6  und
Dmin = 0,68 * BV + 21,8  mit:

Dmax  maximaler Luftdurchfluss [l/h]
Dmin  minimaler Luftdurchfluss [l/h]
BV     Beckenvolumen [l].

      Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Du betreibst ein Aquarium mit 180 Liter Inhalt (BV=180). Dann errechnen sich "Dmax = 1,17 * 180 + 15,6 = 226,2" und "Dmin = 0,68 * 180 + 21,8 = 144,2". Die in diesem Fall benötigte Blubberpumpe müsste also zwischen 144,2 l/h und 226,2 l/h leisten. Handelsüblich wären 150 bzw. 200 l/h (beispielsweise Tetratec AP150 oder AP200). Bei Beckenvolumina >200 Liter brauchst Du im allgemeinen ohnehin mehrere Blubberpumpen. Für sehr große Becken könnten vielleicht sogar kleine Teichbelüfter in Betracht gezogen werden.
      Die Pumpe ergänzt Du jetzt um Schläuche und Zubehör. Wenn sie über zwei Luftauslässe verfügt, dann kannst Du Ausströmerstein und Filter anschließen, andernfalls nur den Ausströmerstein. Du machst alles soweit fertig, dass im Notfall nur noch Ausströmerstein und/ oder Filter ins Becken zu hängen und der Stecker in die Steckdose zu stöpseln ist. Sieht zwar nicht schön aus, ist aber auch nur für die Zeit Deiner Abwesenheit gedacht (Du siehst es also nicht). Und es funktioniert - mindestens zwei Wochen lang! Deine Tiere werden Dir diese Vorsichtsmaßnahme danken.

      Kreiselpumpenleistung:

Es gibt so Fälle, wo aus scheinbar unerfindlichem Grund irgendwas schief läuft: Wenn das Einfahren des Beckens nicht so recht klappen will, wenn das Wasser auf längere Sicht und trotz Teilwasserwechsel immer schlechtere Qualität bekommt, wenn man die Kreiselpumpe tauschen musste und danach irgendwas aus dem Ruder läuft. In solchen Fällen lohnt sich ein Blick auf die Leistung der Kreiselpumpe. Welche Leistung braucht man eigentlich für welche Beckengröße? Ich habe dazu zwei rein empirisch entstandene Formeln, welche zu recht realistischen Richtwerten führen.
      Formel 1 (ganz einfach): "Pumpendurchsatz [l/h] = 4,5 * Beckenvolumen [l]". Als Rechenbeispiel: Mal angenommen, Du betreibst ein 120l-Becken. Dann muss die Kreiselpumpe schon einen Durchsatz von "4,5 * 120 = 540 l/h" bringen.
      Formel 2 (etwas komplizierter): "Pumpenmotorleistung [W] = 4 * e ^ (0,004 * Beckenvolumen [l])". Als Rechenbeispiel: Du betreibst wieder das 120l-Becken. Dann muss die Kreiselpumpe eine Motorleistung von "4*e^(0,004*120) = 4*e^0,48 = 4*1,616 = 6,46 W", also ca. 7 Watt, haben.
      Vielleicht noch ein paar Hinweise dazu: Es empfiehlt sich bei diesen Richtwerten grundsätzlich, zur nächsthöheren handelsüblichen Pumpenstufe aufzurunden. Die Pumpe mag damit zwar geringfügig überdimensioniert sein, doch bringt das auch ein deutliches Mehr an Sicherheit. Dann habe ich noch die Erfahrung gemacht, dass insbesondere große Becken mit zwei kleinen Pumpen häufig besser bedient sind als mit einer einzelnen großen Pumpe. Wenn Du für ein gut 200l-Becken also eine Motorleistung von 10 Watt benötigen solltest, dann bist Du zumeist (aber nicht immer - einrichtungsabhängig!) mit zwei 5W-Pumpen besser bedient. Auch hier gibt's ein höheres Maß an Sicherheit: Wenn eine der Pumpen wegen Filterverblockung mal ausfällt, dann läuft i. d. R. die andere immer noch weiter und verhütet das Schlimmste.





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