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Temperatur-Rechner

So ein Regelheizer ist eine feine Sache, hält er doch die Temperatur im Aquarium auf ± 1 ºC konstant. So lange jedenfalls, bis er einen winzigen Haarriss oder aber eine unmerkliche Undichtigkeit bekommt. Dann bildet sich darin Kondenswasser - eine winzige Menge. Und dieses Kondensat sucht mit instinktiver Bosheit den Schaltkontakt auf - frei nach Murphy's Gesetz nicht irgendwann, sondern genau zu dem Zeitpunkt, an dem Du längere Zeit außer Haus bist. Wenn Du irgendwann zurück kommst, dann ist die Bouillabaisse fertig, weil der Kontakt festgebrannt war und das Ding permanent geheizt hat.
      Diese Erfahrung habe ich im Laufe der Jahre leider mehr als nur einmal machen müssen. Deshalb kann ich Regelheizer nicht ausstehen - hingegen schwöre ich auf ungeregelte Heizer an einer Schaltuhr. Und dann kommt noch was hinzu: Hast Du schon mal ein natürliches Oberflächengewässer gesehen, das auf ± 1ºC genau temperiert ist???
      Vor x Jahren habe ich mal Versuche zur Haltung von Kaltwasserfischen unternommen (Stichlinge, Forellen, Schlammpeitzger, Gründlinge usw.). Trotz verschiedener Becken sind die allesamt "in die Hose" gegangen, weil die Temperatur zu hoch ging. Aber ich habe dabei einige wichtige Erfahrungen sammeln können (ein alter chemischer Grundsatz: "Kein Versuch ist völlig sinnlos - er kann immer noch als abschreckendes Beispiel verwendet werden!"). Und die Wichtigste dieser Erfahrungen war: Durch langsam schwankende Temperaturen härtet man die Tiere ab!
      Im Süßwasser sind die Kaltwasserfische im allgemeinen eine ganze Ecke größer als die Warmwasserfische. Ich habe vor langer Zeit mal versucht, Xiphphorus helleri (Grüne Schwertträger) auf die Wildform zurück zu züchten. Mangels Möglichkeiten musste ich die Becken ziemlich "kalt" fahren (18...22ºC). Die Wildform lebt im mexikanischen Hochland in Tümpeln von 30ºC und mehr und ist nur wenige Zentimeter lang. Mein Rückzüchtungsversuch schlug fehl - wild waren die Viecher zwar (und wie: Ein zugesetzter Kampffisch sah nach zwei Tagen aus wie ein Engerling!) - aber hinsichtlich der Größe waren nach ein paar Generationen "Monstren" von gut 15 cm Länge heraus gekommen (zumindest bei den Männchen), und dass in vergleichsweise kleinen 100l-Becken!

Schwertträger

Eines meiner früheren Xiphphorus-Monstren ...

     Aufgrund dieser Erfahrungen habe ich es mir angewöhnt, Aquarien immer nur knapp über der Raumtemperatur zu fahren und sie die "natürlichen" Schwankungen der Raumtemperatur mitmachen zu lassen. Es gibt da diese Faustregel für Heizstäbe von 1 Watt pro Liter Wasser. Nur sagt diese Faustregel leider nichts über die sich damit einstellende Temperatur aus. Eine Abhilfe liefert der folgende Rechner. Abhängig vom Volumen Deines Beckens gibt er Dir an, welche Heizleistung Du im Dauerbetrieb benötigst, um das Becken um soundsoviel Grad über der Raumtemperatur zu halten. Die zugrunde gelegte Formel ist empirischen Ursprungs und lautet

P = T * ( 0,065 * V + 3,43 )      mit
P: Dauerbetriebs-Heizleistung [W]
T: Erwärmung über Raumtemperatur [ºC]
V: Beckenvolumen [l]

     Rechenbeispiel gefällig? Mal angenommen, Deine Raumtemperatur liegt im Durchschnitt bei 23ºC und Du willst Dein 150l-Aquarium mit 26ºC fahren. Dann ist die Erwärmung "26ºC-23ºC=3ºC" über Raumtemperatur. Damit ergibt sich eingesetzt

P = 3 * ( 0,065 * 150 + 3,43 ) = 3 * 13,18 = 39,54 W.

     In diesem Falle müsstest Du einen ungeregelten 40W-Heizstab permanent in Betrieb haben. Und hier ist jetzt der zugehörige Online-Rechner (bitte beachten: Das Dezimalkomma ist als Punkt einzugeben):

Erwärmung über Raumtemperatur: [ºC]
Beckenvolumen: [l]



Die Dauerheizleistung beträgt Watt.

     Wenn Du jetzt nur einen stärkeren Heizstab hast - sagen wir mal 80 W - dann hängst Du den eben an eine Schaltuhr: ½ Stunde an, ½ Stunde aus. Mit anderen Leistungen verhält es sich ähnlich. Du musst nur beachten, dass die Ein- und Ausschaltzeiten sich in etwa gleich lang über den ganzen Tag verteilen, damit keine Überhitzungsspitzen auftreten. Das funktioniert besser als jeder Regelheizer!
     Betrachten wir jetzt mal den umgekehrten Fall: Es ist Sommer und eine Hitzewelle hat Dein Becken auf über 32ºC aufgeheizt. So langsam wird die Situation kritisch. Du musst kühlen. Welche Möglichkeiten hast Du dazu? Du könntest

  • die Beleuchtung abschalten,
  • die Abdeckung öffnen,
  • bei offener Abdeckung den Luftstrom eines Ventilators auf das Becken richten oder
  • einen Teilwasserwechsel mit Kaltwasser machen (wenn Du geeignetes Wasser zur Verfügung hast!).

     Und wenn das alles nicht reicht? Dann bleibt als allerletzte, absolute Notfallmaßnahme noch der Zusatz von Eis. Und der ist immer kritisch! Es wird gesagt, daß die Fische durch einen Eiszusatz Ichthyo-anfällig werden. Der Gedanke hat zwar was für sich (belastet doch der Temperatursturz den Organismus der Tiere) doch kann ich das aus der Erfahrung heraus nicht unbedingt bestätigen, aber auch nicht widerlegen. Mir hingegen ist es mehrmals passiert, dass sich ein paar Wochen nach dem Eiszusatz Blaualgen bildeten. Der Zusatz von Eis will daher sehr gut überlegt sein!
      Wenn Du weißt, dass Du um den Eiszusatz nicht drumrum kommst, dann solltest Du bereits dann, wenn der Wetterbericht eine Hitzewelle ankündigt, genügend geeignetes Wasser einfrieren - also ein paar Liter. Als nächstes brauchst Du einen Schwimmring für die Wasseroberfläche, denn es muss auf jeden Fall verhindert werden, dass das Eis die Aquarienscheibe berührt (die würde nämlich durch temperaturbedingte Spannungen im Glas schnell platzen können). Den Schwimmring bastelst Du Dir aus einem Stück Schlauch, wobei die beiden Enden mittels einer Schlaucholive zusammen gesteckt werden.
      Jetzt nimmst Du das Eis und zerkleinerst es etwas in einem sauberen Trockentuch. Dann gibst Du es in die Mitte des auf der Beckenoberfläche treibenden Schwimmrings. Doch halt mal - wieviel Eis braucht man da eigentlich? Meine Erfahrungen mit Eiszusätzen mündeten in folgender, rein empirischer Formel:

TM = VE * ( 8,9 * TE + 57 ) / BV      mit
TM: Temperaturminderung [ºC]
VE: Volumen Eis [l]
BV: Beckenvolumen [l]
TE: Eistemperatur, z. B. auf dem Kühltruhenthermometer abgelesen [ºC]

     Auch hierzu ein Rechenbeispiel: Nehmen wir mal an, Du willst die Temperatur in einem 120l-Becken senken. Du hast 2 Liter Wasser eingefroren und laut Kühltruhenthermometer beträgt dessen Temperatur -20ºC. Dann folgt eingesetzt:

TM = 2 * ( 8,9 * -20 + 57 ) / 120 = 2 * -121 / 120 = -242 / 120 = -2ºC.

     Die 2 Liter Eis würden Dir die Temperatur im Aquarium also um 2ºC senken - nicht viel, aber immerhin. Bei der Rechnerei für die tatsächlich bei Dir vorliegenden Verhältnisse kann Dir der folgende Online-Rechner behilflich sein (das Dezimalkomma ist wieder als Punkt einzugeben):

Eistemperatur: [ºC]
Beckenvolumen: [l]
Eisvolumen: [l]



Die Temperaturminderung beträgt ºC.

Aber ich betone es an dieser Stelle noch einmal: Der Zusatz von Eis in ein Aquarium ist wirklich nur eine allerletzte und absolute Notfallmaßnahme!

Aquarium

Dieses Becken musste mehrfach Eiszusätze über sich ergehen lassen!







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