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Sauerstoff-Rechner (O2)

Sauerstoff ist wohl das zentrale Element im Aquarium. Der Einfluss von Härtebildnern auf den pH-Wert wurde ja schon erläutert. Und der pH-Wert ist - wie ebenfalls bereits ausgeführt wurde - ausschlaggebend für die Lebensbedingungen der Mikroorganismen, die an den Abbauprozessen maßgeblich beteiligt sind. Die Abbauprozesse selbst funktionieren nur mit Hilfe von Sauerstoff zufriedenstellend, wobei der im Wasser gelöste Sauerstoff verbraucht wird. Sauerstoff muss daher ständig dem Wasser zugeführt werden, was üblicherweise mit Hilfe eines Diffusors geschieht. An dieser Stelle ein Hinweis: Vergiss die Blubbersteine - um Sauerstoff im Wasser zu lösen, brauchst Du eine Mikroperlung. Die erreichst Du mit den Blubbersteinen nicht, denn die Dinger erfüllen ihre Funktion nur sehr kurzzeitig irgendwo zwischen Durchmarsch und Verstopfung.
      Bei einer vorhandenen Temperatur kann in Abwesenheit jeglicher Stoffe, die Sauerstoff aufzehren könnten (also in absolut reinem Wasser) immer nur eine definierte Sauerstoffmenge im (Süß-) Wasser gelöst werden. Man bezeichnet diese Menge als "Sauerstoffsättigung nach Truesdale" und sie definiert die Konzentration bei 100%iger Sättigung. Für Aquarienwasser (und auch für jedes andere Gewässer) ist das ein eher theoretischer Wert, der normalerweise nie ganz erreicht werden kann, da immer irgendwelche Abbauprozesse im Gange sind. Die tatsächlich vorhandene Sauerstoffsättigung liegt also niedriger als der Truesdale-Grenzwert, so dass sich eine Differenz ergibt. Diese Differenz verhält sich proportional zur Menge an abbaubaren Faulstoffen, mithin also auch zur Stärke der Wasserverschmutzung.
Springschwanz, REM, *54

Bei sauerstoffreichem Wasser siedeln sich manchmal - weiß der Geier woher - kleine Tierchen auf der Wasseroberfläche an. Keine Panik! Das sind Springschwänze - ein gutes und wertvolles Lebend-Zusatzfutter.

      Entsprechend ihres Verschmutzungsgrades teilt man die Fließgewässer in Gewässergüteklassen ein. Empirisch konnte ich feststellen, dass sich ein Aquarium, bei dem der Beckeninhalt gefiltert und über eine Pumpe umgewälzt wird, in Grenzen sehr ähnlich verhält. Da jede Gewässergüteklasse auch einer bestimmten chemischen (CSB) sowie einer bestimmten biologischen Sauerstoffzehrung entspricht (Biologischer Sauerstoffbedarf binnen 5d = BSB5), lässt sich - wenn man diese Zehrung kennt - auch gut beurteilen, ob ein Wasserwechsel erforderlich ist oder ob nicht.
      Alle diese Zusammenhänge folgen bestimmten, mehr oder weniger "festen" Gesetzmäßigkeiten - ähnlich den Zahnrädern in einem Uhrwerk. Sie lassen sich daher auch in Form einer - zugegebenermaßen recht groben - Näherung mathematisch-formell beschreiben. Am Ende ist es möglich, basierend auf Temperatur- und Sauerstoffmessung (wobei es dafür ja die handelsüblichen Testsätze von beispielsweise Tetra, Sera, Merck u. a. gibt) die Wasserqualität recht gut zu beurteilen und damit abzuschätzen, ob bzw. wann ein Wasserwechsel erforderlich wird. Dazu dient der folgende Online-Rechner (bei dem das Dezimalkomma wieder als Punkt einzugeben ist):

Temperatur: [ºC]
Gemessener Sauerstoffgehalt: [mg O2/l]



Die Sauerstoffsättigung in reinem Süßwasser beträgt bei 100% etwa mg O2/l.
Die tatsächliche Sauerstoffsättigung im Aquarium liegt bei ungefähr %.
Dies entspricht einer Gewässergüteklasse von .
Daraus resultiert ein chemischer Sauerstoffbedarf (Chromat-CSB) von ca. mg O2/l.
Der biologische Sauerstoffbedarf binnen 5 Tagen (BSB5) beträgt ca. mg O2/l.




     Verlockenderweise bietet der Handel jetzt ja so genannte "Sauerstofftabletten" an, um einem Sauerstoffmangel entgegen zu wirken. Meine Erfahrung damit: Das ist nur als absolutes Notfallmittel zu betrachten, wenn Du gar keine Möglichkeit zum Wasserwechsel hast. Denn - bei einem gravierenden Sauerstoffdefizit - ob mit oder ohne diese Tabletten: Über kurz oder lang wird Dir das Wasser umkippen - erfahrungsgemäß und je nach Verschmutzung binnen ½ bis 1 Woche!
      Schau Dir neben der ganzen Messerei auch mal Dein Becken an! Haben sich im Bodengrund kleine Bläschen gebildet? Sowas ist für gewöhnlich ein Anzeichen für giftige(!) Faulgase! Angele mal etwas vom Bodengrund heraus und rieche daran - wenn Du damit eine Kläranlage assoziierst, dann solltest Du das Wasser wechseln und den Bodengrund mal so Stück für Stück z. B. mit dem Kescherstiel umrühren. Damit werden Faulgase ausgetrieben und Faulstoffe aufgewirbelt - die dann im Filter landen (müssen!). Wie weit Du dabei gehen kannst, zeigen Dir Deine Fische an. Ein Feuerschwanz (Labeo bicolor) oder ein grüner Fransenlipper (Labeo frenatus) wird blass und die leuchtend rote Flossenfarbe geht ins Bräunliche, wenn das Wasser nicht in Ordnung ist - z. B. durch die Bildung von (fischgiftigem) Schwefelwasserstoff, Ammoniak oder bei Nitratanreicherung. Ein gestreifter Algenwels (Otocinclus affinis) verhält sich auffällig und schnappt nach Luft, wenn sich das Nitrit anreichert. Diese Tiere sind die besten Indikatoren - besser als jede Messtechnik! Riechen die Gasblasen hingegen nach gar nichts, dann handelt es sich um Stickstoff - was bedeutet, dass die nützlichen Mikroorganismen in Deinem Becken fleißig an der Arbeit sind und ihre Sache gut machen.

Labeo bicolor Otocinclus affinis







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