Nachfolgend kommt das Online-Rechner-Script.



Startseite
Fotokurs
3D-Fotografie
Aquaristik
Synästhesie
Migräne
Bücher
Links
Blog
Impressum








Umkippen durch Wasserwechsel?

Tiefbauingenieur

Clown

Nicht ganz pflegeleicht ...

Zugegeben - das ein Aquariumsinhalt durch einen Wasserwechsel "umkippt", ist ein höchst seltenes Ereignis, welches nur unter ganz speziellen, ungünstigen Voraussetzungen vorkommen kann. Aber es ist mir schon passiert und daher gibt es dieses Kapitel - damit Du so etwas vermeiden kannst (Deine Tiere werden es Dir danken)!
      Betrachten wir erst einmal das "Umkippen" des Wassers selbst - was passiert dabei? Die Antwort: Im Wasser reichern sich aufgrund einer Störung Giftstoffe an und es kommt über kurz oder lang zum Sauerstoffdefizit. Als Folge davon verwandelt sich der Beckeninhalt in eine trübe, stinkende Suppe, gegen die auch jeder Filter machtlos ist und die Tiere segnen zwangsläufg das Zeitliche. Und woher kommt jetzt die Störung? Im Aquarium hast Du es mit mehreren miteinander verzahnten und rückgekoppelten Regelkreisen zu tun. Im Zuge des Abbaus von Abfallstoffen (Futterreste, Stoffwechselprodukte, verfaulendes Material) wird beispielsweise Stickstoff zu Ammonium umgesetzt - sofern der pH-Wert nicht über 7 liegt, denn dann wird aus dem Ammonium das fischgiftige Ammoniak. Bleiben wir also erstmal beim Ammonium. Eine Bakterienart oxidiert das unter Verbrauch von Sauerstoff erstmal zu Nitrit (NO2-) auf. Nitrit ist hochgradig giftig. Das die Fische am Leben bleiben, hast Du nur einer anderen Bakteriensorte (den Nirifikanten) zu verdanken, die - gleichfalls unter Sauerstoffverbrauch - aus dem Nitrit das sehr viel weniger giftige Nitrat (NO3-) macht. Und das Nitrat wird dem Wasser durch die Pflanzen entzogen, denn es ist Dünger. Wenn genügend Pflanzen da sind, dann halten die das Wasser sauber und wachsen dabei - aber wer hat schon so viele Pflanzen?
      Es wird sich also immer Nitrat im Wasser aufkonzentieren. Und irgendwann ist damit dann auch die Belastbarkeitsgrenze der Fische überschritten - so bei maximal etwa 150 mg/l NO3-. Höchste Zeit also für einen Wasserwechsel, denn dadurch wird der Nitratgehalt auf ein wieder verträgliches Maß gesenkt. Aber: Der Wasserwechsel beeinflusst nicht nur den Nitratgehalt, sondern auch die Konzentrationen der anderen Stoffe. Und die wiederum definieren den pH-Wert des Wassers. Und vom pH-Wert hängt es ab, welche Bakterien im Wasser leben, um die Abbauprozesse in Gang zu halten. Genau das ist jedoch der Knackpunkt!
      Der pH-Wert wird vorwiegend vom Karbonathärte-Kohlendioxid-Verhältnis bestimmt. Da spielen zwar noch andere Stoffe mit rein, aber die können wir hier mal vernachlässigen (denn wenn sie berücksichtigt werden müssten, dann wären sie bereits in fischgiftigen Konzentrationen vorhanden). Du machst jetzt also Deinen Wasserwechsel. Gehen wir dabei mal von einem 200l-Becken mit einer Karbonathärte von 0,5 ºdH bei einem pH-Wert von 6,9 aus und Du wechselst die Hälfte. Es ist Winter und Dir bleibt nichts anderes übrig, als auf das mehr oder weniger ungeeignete Leitungswasser mit 17 ºdH und pH 7,8 zurückzugreifen - das wird dann zwar zu einer (vorübergehenden) Aufhärtung führen, doch sollte das noch erträglich sein. Drei Tage später sterben Dir die Tiere. Die Kontrolle ergibt einen pH-Wert von gut 7,7 und einen Niritgehalt von 3 mg/l! Was ist passiert? Ganz einfach - durch den Wasserwechsel mit der Aufhärtung bist Du in einen pH-Bereich gekommen, in dem die Nitrifikanten absterben (die brauchen nämlich ungefähr pH 6,4...7,5). Dadurch reichert sich das Nitrit an und das Wasser kippt um.
      Vernünftiges Wasser kann ich Dir auch nicht besorgen. Aber ich kann Dir mit dem folgenden Online-Rechner beim Abschätzen dessen, was passieren könnte, helfen. Nennen wir es mal eine einfache, rechnerische Wasserwechsel-Simulation. Die Simulation ist recht komplex. Sie basiert auf den an anderer Stelle vorgestellten Wasserwechsel- und CO2-Rechnern, wobei die dort verwendeten Formeln umgestellt und miteinander kombiniert worden sind. Ich will Dich nicht lange mit der mathematischen Ableitung langweilen - nur so viel zur Funktionsweise: Berechnet werden die CO2-Gehalte im Aquarium sowie im Frischwasser. Es folgt die Bestimmung der Karbonathärte und des CO2-Gehaltes nach der Mischung. Und damit kann letztlich der pH-Wert nach dem Wasserwechsel ungefähr ermittelt werden. Bitte beachten: Das Dezimalkomma ist als Punkt einzugeben.

Mengenangaben: Beckenvolumen: [l]
Volumen des angestrebten
Wasserwechsels:
[l]
Wasserwerte des Aquariums: Aktuelle Karbonathärte
im Aquarium:
[ºdH]
Aktueller pH-Wert im
Aquarium:
[ ]
Wasserwerte des Frischwassers: Karbonathärte des
Frischwassers:
[ºdH]
pH-Wert des
Frischwassers:
[ ]



Nach dem Wasserwechsel wird der pH-Wert bei etwa liegen.



     Kritisch sind die Bereiche der Übersäuerung (bei sehr weichem Wasser) und der Alkalisierung (bei sehr hartem Wasser). Ggfs. musst Du - um das zu vermeiden - das Frischwasser irgendwie zusammen mischen (welche Wasserwerte gibt's im Nachbarort?), was erfahrungsgemäß gerade in den Wintermonaten mangels geeigneten Regenwassers zu Schwierigkeiten führen kann. Es lohnt sich daher, für den bzw. die Wasserwechsel rechtzeitig einen Vorrat an "Frischwasser" anzulegen. In Kunststoffkanistern, kühl im Keller gelagert und unter Licht- und Luftabschluss hält sich das Wasser monatelang.
      Und noch eine letzte Anmerkung zu Wasserwechsel und Filterreinigung: Niemals gleichzeitig durchführen! Immer ein paar Tage dazwischen lassen! Denn nur so können sich im Wasser wieder genügend Nutzbakterien ansiedeln. Beim Filterreinigen ist es sinnvoll, etwas verschmutztes Material drin zu belassen - das dient nämlich als Bakterien-Starterkultur! Wenn Du einen Fertigfilter-Kompletteinsatz (Schaumstoffpatrone o. ä.) benutzt, dann lege das Teil etwa eine Woche lang irgendwo ins Becken, bevor Du es in den Filter einbaust. Auch das dient der Besiedelung mit Nutzbakterien und vermeidet Blaualgenbildung sowie Nitritpeaks.





[ Zurück ]









Und falls der Gratis-Counter funktioniert: Echte Site-Views seit 8/02

Gratis Counter by GOWEB