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Erfahrungen und Quicktipps ...

Es gibt viele Kleinigkeiten, die erst alle zusammen dazu führen, dass die Aquaristik zum erfolgreichen Hobby wird. Viele dieser Kleinigkeiten entstammen der praktischen Erfahrung. OK, manchmal wird so etwas auch quasi als Nebensatz in der Fachliteratur erwähnt - aber eben nur manchmal. Hier findest Du ein Konzentrat davon - eine Sammlung von kleinen, schnellen und nützlichen Erfahrungswerten und Quicktipps. Eines wirst Du dabei vermutlich schnell bemerken: Ich bin nicht unbedingt ein Anhänger der so genannten "Biotop-Becken". Das liegt vermutlich daran, dass mir noch nie der Herzanfall eines nordamerikanischen Salmlers untergekommen ist, weil er zu Tode erschreckt, wenn er um eine südamerikanische Echinodorus schwimmt. Oder dass ein südamerikanischer Plecostomus Schüttelfrost bekommen hat, weil er einen afrikanischen Ceratopteris sieht. Ich bevorzuge Gesellschaftsbecken - und deren Einrichtung ist ziemlich egal, solange die Tiere sich darin wohlfühlen! Das ich mit dieser Meinung anecke und - gerade was eingefleischte Aquarianer betrifft - auch genauso gut in Indien auf offener Strasse eine heilige Kuh hätte schlachten können, ist mir durchaus bewusst: Na und?!? Soviel nur vorab, damit Du weißt, woran Du bist. Jetzt aber zu den Quicktipps, geordnet nach Schlagworten.

  • Algen: In neu eingerichteten Becken kommt es - mangels Konkurrenten - nach etwa 6-8 Wochen unweigerlich zur Bildung von Blaualgen. Das Gleiche passiert, wenn der Phosphatgehalt über 5 mg/l oder der Nitratgehalt über 30 mg/l liegt. Was kann man dagegen tun? Im Falle von Phosphat und Nitrat steht der Wasserwechsel an erster Stelle. Bei dem neueingerichteten Becken hingegen empfiehlt es sich, die Blaualgennester sobald man sie sieht zu entfernen. Irgendwann geben die Blaualgen dann auf und verkriechen sich wieder in den Urschleim, aus dem sie entstanden sind. Mit der häufiger empfohlenen Dunkelkur (Beleuchtung abschalten, Becken zusätzlich abdunkeln und so gut eine Woche stehen lassen ohne die Viecher zu füttern) habe ich wesentlich schlechtere Erfahrungen gemacht - da kommen die Blaualgen nämlich oftmals wieder und die Wasserpflanzen vertragen es nicht so gut. Und was die chemischen Mittel betrifft: Eine prima Methode, um wenigstens den Kies zu retten!

  • Algen: Bartalgen bilden sich besonders gern in der Filterströmung. Sie bilden dunkelgrüne, lange Fäden und sind nicht sonderlich schädlich - sie sehen aber hässlich aus und sie wachsen ziemlich schnell, womit sie andere Pflanzen behindern. Wenn sie an zugänglichen Stellen sind, dann kannst Du sie einfach "abpflücken". Für die unzugänglichen Stellen nimmst Du am besten eine dünne Flaschenbürste (die sauber sein muss!!!) und deren Borsten schon halbwegs "verfilzt" sind. Warte so lange, bis die Bartalgen etwa 2 bis 3 Zentimeter lange Fäden gebildet haben und "wickele" sie mit der Bürste weg. Hinweis: Mit einer neuen Flaschenbürste geht's nicht - da bleiben die Fäden nicht dran hängen.

  • Besatz: Wasserpflanzenableger haben häufig die unangenehme Eigenschaft, aufzuschwimmen. Um sie zu befestigen, gibt's Pflanzennadeln aus Glas oder aus Plexiglas. Beide sind schwer zu bekommen. Und selbst wenn Du weißt, wo Du sowas kriegst, dann brauchst Du die Dinger gemäß Murphy's Gesetz genau dann, wenn der Laden zu hat. Du kannst sowas aber auch selbst anfertigen. Nimm einfach eine alte Hülle von einer Kompaktkassette (das ist Dein Plexiglas), ein altes Taschenmesser und eine Gasflamme (notfalls geht aber auch eine Heißluftpistole). Das Messer machst Du heiß und schneidest damit Streifen von der Kassettenhülle ab (Schutzhandschuhe anziehen!). Die Streifen halbierst Du anschließend. Dann werden sie nochmal heiß gemacht und V-förmig gebogen - fertig sind Deine Pflanzennadeln zum Feststecken der Ableger im Bodengrund. Vorsichtshalber dann noch ein paar Tage wässern ... Aus einer Kassettenhülle gewinnst Du nach dieser Methode übrigens 12 Nadeln, und da die ziemlich unregelmäßig geformt sind, halten sie besser als ihre käuflichen Äquivalente.

  • Besatz: Schnecken bekommst Du - selbst wenn Du noch so vorsichtig bist - irgendwann und irgendwie sowieso in Dein Becken; vermutlich entstehen sie aus Mulm und Dreck durch so eine Art von permanenter "Neuschöpfung" ( ;-) ). Fang den Quatsch mit dem Desinfizieren der Wasserpflanzen in Bezug auf Schnecken daher lieber gar nicht erst an, denn dabei überlebt der Schneckenlaich und die Pflanzen sind hin. Gewöhne Dir lieber gleich von vornherein an, das Becken ein- bis zweimal wöchentlich nach Schnecken abzusuchen und die manuell zu entfernen. Da dazu die Abdeckung runter muss und Du folglich "im Dunkeln" stehst, leistet Dir eine starke Taschenlampe gute Dienste. Das "Zermatschen" der Schnecken solltest Du übrigens sein lassen, auch wenn deren Reste gefressen werden. Denn erstens belasten die verwesenden Tiere unnötig das Wasser und zweitens können spitze Gehäuseteile Deine Tiere - allen voran die unersättlichen Zwergkrallenfrösche - ziemlich schnell in die ewigen Jagdgründe befördern.

  • Besatz: WasserqualitätsanzeigerLabeo bicolor ("Feuerschwanz") oder Labeo frenatus ("Grüner Fransenlipper") sowie Otocinclus affinis ("Gestreifter Algenwels") sind hervorragende Bioindikatoren für die Wasserqualität im Becken. Der "Otto" ist sehr nitritempfindlich und zeigt Dir durch abweichendes Verhalten (Ausscheren aus dem Schwarm, Aufsuchen der Oberfläche, zielloses Hin- und Herschwimmen, "fliegende" Kiemenbewegungen) u. U. schon lange, bevor Du es überhaupt messen kannst (und bevor es für die anderen Tiere gefährlich wird) einen Nitritanstieg an. Beim Labeo ist es die rote Flossenfarbe - sobald die nicht mehr leuchtend rot ist, sondern ins Bräunliche oder ins Orangene spielt, stimmt irgend etwas mit dem Wasser nicht. Wenn man sich über die Lebensbedingungen der Tiere informiert (dafür gibt's die Fachliteratur!), dann sind beide Arten begrenzt auch für Anfänger und für Gesellschaftsbecken geeignet. Begrenzt bedeutet, dass dem Labeo mindestens ein 54l-Becken zur Verfügung stehen sollte (möglichst nur ein Tier pro Aquarium), dass der Otto mindestens als 5er-Schwarm gehalten wird und dass beide Arten erst dann eingesetzt werden, wenn das Becken bereits "läuft" (also gut eingefahren ist und den "Nitritpeak" hinter sich hat). Wenn man das berücksichtigt, dann ersetzen die beiden Arten einen Großteil der Messerei - einfach, weil sie besser als jedes Messgerät sind!

  • Besatz: Schnecken bekommst Du über kurz oder lang sowieso in Dein Becken - und wie in jedem natürlichen Gewässer gehören sie eigentlich auch dazu. Nur nehmen sie leider irgendwann überhand. Falls Du keine Zeit zum wöchentlichen Absammeln hast, dann kannst Du eine andere Methode ausprobieren. Gib beim Abschalten der Beleuchtung eine Futtertablette ins Becken - die Fische interessieren sich dann meist nicht mehr dafür (Schlafenszeit - außer vielleicht bei Welsen). Aber die Schnecken! Nach ungefähr einer Stunde lassen sie sich zusammen mit etwas Bodengrund und den Köderresten mit Hilfe eines Keschers leicht entfernen. Die ganze Aktion wird regelmäßig wiederholt - so lange, bis die Schneckenpopulation hinreichend ausgedünnt worden ist.

  • Parasit

    Parasiten wie diesen Krebs (REM, *94)
    hungert man so aus!
    Besatz: Es wird (in der Literatur) immer wieder davon abgeraten, Pflanzen aus einheimischen Gewässern für das Aquarium zu nehmen. Als Begründung wird immer das Einschleppen von Schädlingen und die höhere Temperatur im Becken angeführt. Aber das ist Quatsch! Du kannst durchaus auf einheimische Wasserpflanzen zurück greifen - sofern Du mit der gebotenen Vorsicht vorgehst. Zunächst suchst Du im Frühsommer die Uferbereiche von Seen oder Teichen nach geeigneten, also submersen Wasserpflanzen ab (vergiss die Gummistiefel nicht!). Die Pflanzen spülst Du dann gut mit Leitungswasser ab und gibst sie in eine Schale oder in einen Eimer im Garten. Das Gefäß muss so viel Wasser enthalten, dass die Pflanze da komplett eintauchen kann. Das stellst Du an einen mäßig sonnigen Platz. Die Sonne heizt das dann auf Aquarientemperatur auf. Jetzt heißt es abwarten. Nach spätestens ein paar Wochen siehst Du, ob die Pflanzen wachsen - und ob da noch irgendwelches Viehzeug im Gefäß ist. Falls ja - nochmal abspülen und "Neuansatz". Alles, was bis jetzt nicht gewachsen ist, ist ungeeignet. Das was wächst, ist geeignet und etwaige Parasiten hungerst Du auf diese Weise aus. Wenn der Sommer zu Ende geht, kannst Du die noch verbliebenen, sauberen und temperaturadaptierten Pflanzen in das Aquarium überführen. Und sie werden weiterwachsen - ich hab's ausprobiert! Einzige Ausnahme: Es kann durchaus passieren, dass Deine Fische die Pflanzen schmackhaft finden. Dann hast Du Pech gehabt.

  • Fotografie: Ein Aquarium ist immer auch ein dynamisches System. Mit Fotos vom Aquarium (alle paar Monate) kannst Du dokumentieren, wie sich das System so nach und nach verändert. Dann fällt Dir vielleicht auch mal was auf, was ganz langsam und schleichend anfängt, daneben zu gehen - und Du kannst noch rechtzeitig eingreifen. Zum Fotografieren selbst: Verwende eine Spiegelreflex und ein hinreichend lichtstarkes Objektiv. Die Kamera kommt auf ein Stativ und wird mit dem Draht- bzw. Fernauslöser bedient. Verwende Blende 2.8 oder 3.5, damit die Belichtungszeit kurz bleibt. Auch macht es sich gut, vorher die Sichtscheibe des Beckens nochmal zu putzen und ggfs. störende Reflexe durch das Zuziehen der Gardinen zu beseitigen. Die Filmempfindlichkeit (Tageslichtfilm) sollte bei 200 oder 400 ISO liegen. Verwende KEIN Blitzlicht und KEINE Autofocus-Einrichtung! Falls Du die Tiere selbst portraitieren willst, dann brauchst Du zusätzlich noch eine Makrofunktion und auch das Anfüttern ist auch ganz sinnvoll.

  • Futteralgen

    Veralgtes Becken für Futtersteine
    Futter: Für Algen-fressende Fische (Plecostumus, Ancistrus, Otocinclus usw.) sind veralgte Steine ein Leckerbissen. Stell einfach einen halbwegs durchsichtigen Plastikpott oder ein altes, ausrangiertes Becken im Sommer irgendwo in den Garten. Fülle Wasser rein, Steine dazu und warte ein paar Wochen. Nimm dann die Steine raus, spüle sie ab und gib sie ins Aquarium - die Algenfresser werden sich freuen! Nur im Winter hat das Becken draußen nichts zu suchen, denn da friert es kaputt.

  • Futter: Aquarium während der Urlaubszeit ohne Fütterung stehen lassen - geht das? Ja, wenn Du ein paar Vorbereitungen triffst. Planarien (Scheibenwürmer) gelten gemeinhin als Schädlinge und werden bekämpft. Für den Urlaub jedoch sind sie ausgesprochene Nützlinge. Natürlich wird niemand zugeben, dass er Planarien hat. Aber frag doch mal ein paar Aquarianer-Kollegen hinter vorgehaltener Hand so nach dem Motto "Sag mal, hast Du auch so ein Problem mit Planarien?" Falls das einer bejaht, dann bitte ihn um ein paar Pflanzen. Die solltest Du wenigstens 6 Wochen vor dem Urlaub ins Becken geben, damit sich die Scheibenwürmer auch ordentlich vermehren können. Dann lässt Du Deinen Fischen noch eine ungefähr 3-wöchige Mastkur angedeihen und fährst in den Urlaub. Wenn Du wiederkommst, sind die Planarien weg und die Fische kugelrund.

  • Futter: Füttere nicht immer nur das Gleiche. Gerade Pflanzenfresser bevorzugen auch mal Salat (nur aus dem eigenen Garten - NIEMALS aus dem Supermarkt, von wegen "Gespritzt" und so ...) oder Löwenzahn. Kalt abspülen, dann etwas drücken und heiß überbrühen. Dann nochmal kalt abspülen und ab ins Becken damit (festklemmen). Da liegt das dann so ein bis zwei Tage und wird so richtig eklig glasig-glitschig. Für die Fische ist genau das ein Festmahl! Richtwert: Pro ausgewachsenem Ancistrus dolichopterus und Woche etwa ein Blatt. Aber man wundert sich schon, wem das sonst noch alles schmeckt ... Hinweis: Vereinzelt wird auch Melonen- oder Kartoffelschale empfohlen. Das funktioniert zwar, versaut aber auch in Rekordzeit den Filter und sollte daher besser unterbleiben!

  • Futter: Wenn Du ein sehr sauberes Becken - ohne Mulm und mit nur sehr wenigen abgestorbenen Pflanzenteilen - hast, dann füttere nicht mehr als ein- oder zweimal täglich, und dann auch nur soviel, wie binnen 5 Minuten restlos verspeist wird. Setze grundsätzlich einen Tag in der Woche mit der Fütterung aus. Wenn sich jedoch in Deinem Becken Mulm und Pflanzenteile befinden, dann reicht es völlig aus, nur noch alle zwei Tage zu füttern!

  • Futter: Es gibt Futtersorten, die nicht gerne genommen werden. Falls Du sowas gekauft haben solltest, dann mische es mit zerkleinerten, gefriergetrockneten Tubifex - und dann wird es gefressen. Zum Zerkleinern der FD-Tubifex-Würfel eignen sich übrigens diese Mini-Küchenmaschinen-Imitationen mit etwa 200ml Volumen, die man manchmal geschenkt bekommt oder im Angebot auf dem Grabbeltisch findet, ganz gut. Sonst kann man die Dinger sowieso für nichts verwenden.

  • Pflanzen: Ich will hier endlich mal eine Lanze für die ungeliebten Wasserlinsen brechen! Wasserlinsen sind Kosmopoliten: Man findet sie überall. Im Aquarium gelten sie aufgrund ihrer rasanten Vermehrung als Plagegeister, die das Becken abschatten. Aber: Wasserlinsen vermehren sich nur bei einem Nährstoffüberangebot. Und sie sind phantastische Filtrierer, welche das Wasser reinigen und mit Sauerstoff anreichern. Und davon kann man gar nicht genug haben. Wenn Du also Wasserlinsen hast und die plötzlich (!) mit einer ungebremsten Vermehrung anfangen, dann stimmt mit Deinem Aquarienwasser etwas nicht (mehr). Und wenn die Pflanzen Dir das Becken abschatten, dann reicht eine auf die Wasseroberfläche gelegte und ruckartig wieder runtergenommene Zeitungsseite völlig aus, um das "Linsengericht" drastisch zu reduzieren (die Wasserlinsen bleiben an der Zeitung kleben). Ich jedenfalls habe mit Wasserlinsen durchweg sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte keinesfalls auf diese überaus nützliche und harte Pflanze verzichten!

  • Pflanzen: Bisher war ja mit den Pflanzen alles OK. Am Wasser, an der Temperatur und am Besatz hast Du auch nichts verändert. Doch plötzlich gehen Dir bestimmte Pflanzen ein, andere wuchern und Du weißt nicht, warum. Es ist doch alles gleich geblieben - oder vielleicht doch nicht? Bevor Du nach Pflanzenschädlingen Ausschau hältst, sieh Dir lieber mal Deine Beleuchtung an. Leuchtstoffröhren altern nämlich in nichtlinearer Form - auch wenn Dir Dein Fachhändler was ganz anderes erzählt hat. Empirisch gemessen nimmt die Lichtmenge von Leuchtstoffröhren nach der Faustformel "LM = - M * ( 1,24 * M + 0,81 ) + 97,43" ab - mit LM als Lichtmenge (in % des Anfangswertes und M als Monate Dauerbetrieb seit der Inbetriebnahme). Rechenbeispiel gefällig? Mal angenommen, Dein Becken hat seit 6 Monaten die gleiche Beleuchtung. Bei der Inbetriebnahme der Röhren lieferten die 100% Lichtmenge. Nach dem halben Jahr sind es nur noch "LM=-6*(1,24*6+0,81)+97,43=47,93%" - also nicht mal mehr die Hälfte! Das Auge sieht sowas nicht. Aber auf die Photosynthese der Pflanzen wirkt es sich aus. Wann hast Du das letzte Mal Deine Beleuchtungskörper gewechselt?

  • Pflanzen: Es gibt Wasserpflanzen - Schwimmpflanzen, sowas wie beispielsweise Wasserpest - die irgendwann den unwiderstehlichen Drang verspüren, sich ausschließlich an der Oberfläche zu versammeln. Was nicht gerade gut aussieht! Dem lässt sich jedoch leicht entgegenwirken. Man benötigt dazu einen flexiblen Plastik-Pflanzenbinder (aus der Gartenabteilung des Baumarkts), einen Kunststoff-Kabelbinder (vom Baumarkt-Grabbeltisch) und einen Stein. Mit dem Kabelbinder wird der Pflanzenbinder fest am Stein befestigt:

    Pflanzenstein

         Dann formt man aus den losen Enden des Pflanzenbinders eine Schlaufe, durch welche man die widerspenstigen Pflanzen locker (!) durchzieht und versenkt den Stein an unauffälliger Stelle im Aquarium.

  • Pflanzen: Philodendren und Aralien sind wirklich nicht im entferntesten Wasserpflanzen. Aber sie bilden lange Luftwurzeln. Und wenn Du solche Luftwurzeln in Dein Becken hängen lässt, dann hast Du den beinahe perfekten Biofilter für Dein Wasser.

  • Probleme: Es ist überaus nützlich, bereits vom ersten Tag an so etwas wie ein "Aquariums-Tagebuch" zu führen. Natürlich muss da nicht jeden Tag ein Eintrag rein. Aber so etwas wie Filterreinigung, Wasserwechsel, Neubesatz, Medikamentenzusatz, Umdekorieren, Auffälligkeiten, Wasserwerte etc. sollte da schon festgehalten werden. Damit wird es Dir wesentlich (!) erleichtert, einmal begangene Fehler zum Wohle der Tiere nicht nochmal zu machen oder nach einer längeren Pause wieder in die Aquaristik einzusteigen (so nach dem Schema "da war doch mal was ...").

  • Probleme: Ein wöchentlicher Teilwasserwechsel von etwa 20% des Beckenvolumens führt dazu, dass Dir viele aquaristische Probleme von vornherein erspart bleiben - voraus gesetzt, Du vernachlässigst den Filter nicht. Dessen Reinigungsintervall hängt von Beckengröße, Besatz, Filtergröße und und und ab. Da kann sich der Reinigungsturnus durchaus irgendwo zwischen wöchentlich und vierteljährlich bewegen.

  • Probleme: Du kannst machen, was Du willst - irgendwann (vielleicht erst nach vielen Jahren) bekommst Du es unweigerlich mit einer Fischkrankheit zu tun. Was kannst Du dann machen? Einiges - und das beginnt schon mit der Vorbeugung. Zuerst mal solltest Du Fachliteratur haben, die es Dir selbst gestattet, eine Fischkrankheit einzugrenzen. Zusätzlich solltest Du Breitbandmedikamente gegen Parasiten wie bspw. gegen Ichthyo, gegen Bakterien und gegen Viren in petto haben - für den Notfall (Haltbarkeitsdatum beachten!). Wenn Du neue Lebewesen in das Becken gibst, dann "verdünne" die möglicherweise vorhandene Erregerkonzentration. Pflanzen werden dazu abgespült. Bei Fischen gibst Du die Tiere samt Transportwasser in eine Schale und nimmst sie mittels Kescher raus - denn das potenziell gefährliche Transportwasser hat in Deinem Becken NICHTS zu suchen! Und wenn's dann doch passiert ist? Erstmal die mögliche Krankheitsursache eingrenzen. Dann einen Teilwasserwechsel machen, um die Erregerkonzentration zu verdünnen. Jetzt erst das infrage kommende Medikament wie vom Hersteller vorgeschrieben zusetzen. Dabei beachten: Tabletten nicht einfach in das Becken werfen, sondern zerkleinern, auflösen und erst danach zugeben. Wenn ein Medikament nachdosiert werden soll (was häufig der Fall ist), dann mache zuvor wieder einen Teilwasserwechsel. Dadurch dünnst Du den Erreger weiter aus und verhinderst das Aufkonzentrieren von noch nicht abgebauten Medikamenten, was andernfalls sehr schnell zur Fischgiftigkeit führen kann.

  • Probleme: Falls Du Dir Fischläuse (parasitäre Minikrebse) eingeschleppt haben solltest, dann wirst Du dagegen kaum ein Medikament finden und auch Dein Händler ist oftmals ratlos. Versuch's dann einfach mal mit einem Mittel gegen Ichthyo - oftmals funktioniert das.

  • Technik: Wenn das Becken zu warm wird, dann hilft es, die Beleuchtung abzuschalten, die Abdeckung abzunehmen und u. U. noch einen Ventilator dazu zu stellen. Bringt summa summarum 2-3 Grad Temperatursenkung. Allerdings muss man dann häufiger kontrollieren, wer alles auf die Schnapsidee gekommen ist, das Becken unbedingt verlassen zu müssen. Bei bestimmten Schnullerschnauzen wie beispielsweise Plecostomus solltest Du vielleicht besser gleich einen Zaun um das offene Becken machen - die gehen nämlich nachts zum "Grasen" an Land - wenn sie können ...

  • Technik: Bodengrundfaulung lässt sich vermeiden, wenn man unmittelbar nach einer Filterreinigung und unmittelbar vor einem Wasserwechsel den Bodengrund z. B. mit einem Kescherstiel vorsichtig aufrührt. Im ersten Fall landet der Mulm im Filter und der Nutzbakterienrasen wächst schneller nach und im zweiten Fall wird der Mulm mit abgesaugt. Bei wöchentlich einer Filterreinigung und wöchentlich einem Teilwasserwechsel sind die Faulstoffe damit nach etwa 6 Wochen weg!

  • Technik: Niemals Wasserwechsel und Filterreinigung gleichzeitig durchführen, sondern immer ein paar Tage dazwischen verstreichen lassen. Nur so kann sich nämlich die Bakterienpopulation ausreichend erholen - andernfalls musst Du mit Problemen durch Nitritpeak oder durch Blaualgen rechnen! Und gleich noch was: Wenn Du den Filter reinigst, dann packe etwas vom verschmutzten Filtermaterial (so um die 10-20% der Füllung) wieder mit rein - das ist Deine Bakterien-Starterkultur, denn ohne Bakterien erfolgt auch keine Reinigung!

  • Technik: Eine Würstchenzange, wie sie beim Grillen verwendet wird, leistet an den unzugänglichen Ecken im Aquarium unschätzbare Dienste.

  • Technik: Wenn Du einen Diffusor mit langem Ansaugschlauch verwendest, dann achte darauf, dass sich das Ende des Ansaugschlauches über der Wasseroberfläche befindet - und nicht etwa über den Beckenrand raus hängt. Irgendwann wird nämlich garantiert eine Turmdeckelschnecke die Diffusordüse verstopfen und das Wasser sucht sich seinen Weg durch den Ansaugschlauch. Lass den Ansaugschlauch also nur dann über den Beckenrand raus hängen, wenn Du sowieso eine Kneipp-Kur machen willst!

  • Technik: Bei unerwarteter Nachzucht muss man Viecher rausfangen, wenn das Becken nicht überbelegt werden soll. Viecher, die man weg gibt. Dabei treten zwei Probleme auf: Zum einen will man ja das sorgsam dekorierte Becken nicht in ein Chaos verwandeln und zum anderen hat jedes Transportglas grundsätzlich eine zu kleine Öffnung für den Kescher. Ich löse beide Probleme normalerweise so: Erstmal werden die Tiere so etwa fünf bis fünfzehn Minuten vor der Fangaktion etwas angefüttert. Das veranlasst sie, ihre Verstecke zu verlassen. Man sieht sie also! Dann steht da eine recht große Schale mit Aquarienwasser. Die Tiere werden nun langsam und ohne (!) hastige Bewegungen mittels Kescher (wobei dessen Größe der Größe der Tiere angemessen sein muss) gefangen - das kann schon mal eine halbe Stunde dauern. Sie kommen erst mal in die Schale. Dann steht da das Transportglas mit Aquarienwasser. Man nimmt nun die Schale mit den Tieren und gießt sie vorsichtig durch den Kescher aus. Damit sind alle Tiere am tiefsten Punkt des Keschers. Und von da aus lassen sie sich ganz einfach in das Glas praktizieren. Auch gestattet die Schale ein vorheriges Sortieren der Tiere. Allerdings: Bei Ancistrus funktioniert dieses Verfahren auch nicht. Da kannst Du machen, was Du willst - das Becken sieht nach der Fangaktion, die sich über Stunden hin zieht, aus wie ein Truppenübungsplatz.

  • Technik: Das Fangen von Fischen im voll eingerichteten Aquarium ist ein Thema für sich. Wenn Du vermeiden willst, das Becken dabei in ein Schlachtfeld zu verwandeln, dann lass die Tiere mal ein bis zwei Tage hungern. Danach stellst Du ein kleines Glas in das Becken. In das Glas kommt eine Futtertablette. Nach einiger Zeit versammeln sich die Viecher um die Futtertablette - und zwar im Glas! Jetzt noch den Kescher drübegestülpt und alles raus genomme... Die Methode funktioniert zwar nicht immer, ist aber allemal den Versuch wert!

  • Technik: Wenn Du Deine Frontscheibe von Algen befreien willst, dann tauche eine weiße Untertasse in das Becken. Jetzt siehst Du jede Alge an der Scheibe vor dem weißen Hintergrund überdeutlich und kannst sie entfernen. Was Du auch siehst, ist die Verfärbung des Wassers - wie wär's mal wieder mit einem Teilwasserwechsel?

  • Wasser: Ein öliger Film auf der Wasseroberfläche nennt sich Kahmhaut, ist harmlos und besteht aus Bakterien - er bildet sich besonders leicht bei offener Abdeckung. Er kann aber auch besonders leicht entfernt werden - indem man nämlich eine Zeitungsseite kurz auf die Wasseroberfläche legt und gleich wieder runter nimmt. Die Kahmhaut bleibt daran kleben (Löschblatteffekt).

  • Wasser: Nur der Vollständigkeit halber für Anfänger: Die Nichtkarbonathärte (NKH) ist die Differenz aus Gesamthärte (GH) und Karbonathärte (KH): "NKH = GH - KH". Dafür einen Online-Rechner zu basteln, war mir jetzt wirklich zu blöd. Und dann gibt's noch Mineralwässer, bei denen die Karbonathärte (KH) größer als die Gesamthärte (GH) ist. In solchen Fällen spricht man von scheinbarer Karbonathärte (SKH). Sie errechnet sich nach "SKH [ºdH] = KH [ºdh] - GH [ºdH]". Derartiges Wasser ist "pur" völlig ungeeignet für das Aquarium. Aber als Zusatz zwecks selektiver Erhöhung der Karbonathärte, um beispielsweise bei Weichwasser dem gefürchteten "Säuresturz" vorzubeugen, eignet es sich sehr gut. Solches Wasser findest Du in Quellen, welche einem sandig-kalkigen, dolomitischen Untergrund (Sedimentschichten wie z. B. die Gebirgszüge des nördlichen Vorharzes) entspringen. Infos über den Untergrund liefern Dir geologische Karten.

  • Wasser: Eine grüne Trübung zeigt Algen an. Die wachsen aber nur, wenn ihnen ein Nährstoffüberfluss zur Verfügung steht - also bspw. Nitrat und Phosphat und wenn zu allem Überfluss auch noch Wasserpflanzen fehlen. Auch direkte Sonneneinstrahlung begünstigt das Algenwachstum. Also Jalousie zu und Wasserwechsel ... Wesentlich schwieriger ist die weißliche Wassertrübung durch Bakterien. Die wird nämlich durch irgendwelche, organischen Zersetzungsprozesse verursacht. Liegt da vielleicht zufällig ein mittelgroßer Karpfen irgendwo tot im Becken? Manchmal ist aber auch uraltes Moorholz oder vergammelndes Silikon der Übeltäter. Einmal habe ich's sogar erlebt, dass sich der Filtereinsatz (obwohl der von einem namhaften Hersteller kam) binnen kürzester Zeit nach und nach auflöste. So etwas zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen und da bringt auch ein Wasserwechsel keine Verbesserung: Man muss die Ursache abstellen!

  • Wasser: Schütte das Wasser vom Wasserwechsel nicht weg - nimm es als Gießwasser für Deine Zimmerpflanzen. Die erhalten damit alle Nährstoffe, die sie wirklich brauchen und das auch gleich noch in der richtigen Konzentration. Sie werden es Dir mit einem rasanten Wachstum danken. Und so ganz nebenbei ist das auch gleich noch ein zwar kleiner, aber auch praktischer Beitrag zum Umweltschutz: Du verzichtest auf die Verschwendung von Trinkwasser (zum Gießen) und Du brauchst keine von den energieaufwendig und Umwelt-bedenklich hergestellten Düngerstäbchen mehr.

  • Wasser: Die idealen Wasserwerte gibt es nicht. Jeder Fisch, jede Pflanze und jedes Lebewesen hat seine ganz ureigenen Bedürfnisse und braucht daher auch seine ganz eigene Umwelt. Aber wenn Du die folgenden Wasserwerte einhältst, dann liegst Du (zumindest was das Warmwasser-Süßwasser-Gesellschaftsbecken betrifft) ganz gut im Rennen hinsichtlich einer belastungsfähigen Lebensgemeinschaft. Und die Belastungsfähigkeit ist wichtig, denn es kann Dir durchaus passieren, dass der Filter mal ausfällt, dass Du das Becken geraume Zeit sich selbst überlassen musst usw.

    Parameter Richtwert Hinweis
    Nitrit (NO2-) < 0,15 mg/l viele Tropftests messen erst ab 0,3 mg/l
    pH 6 ... 7,5 Wird von der Karbonathärte beeinflusst und beeinflusst seinerseits Nitrit
    Gesamthärte (GH) 9 ... 20 ºdH Wird von der Karbonat- und von der Nichtkarbonathärte beeinflusst
    Karbonathärte (KH) 5 ... 18 ºdH ---
    Nichtkarbonathärte (NKH) 2 ... 15 ºdH Wird von der Karbonat- und von der Gesamthärte beeinflusst
    Kohlendioxid (CO2) 4 ... 10 mg/l Wird vom pH-Wert und von der Karbonathärte beeinflusst
    Temperatur 21 ... 28 ºC ---
    Eisen (Fe) 0,1 ... 0,3 mg/l Wird von der Nichtkarbonathärte und vom pH-Wert beeinflusst
    Nitrat (NO3-) < 10 (< 50) mg/l Wird vom Nitrit, dem pH-Wert und von der Temperatur beeinflusst

         Wie Du unschwer feststellen kannst, hängt das alles irgendwie miteinander zusammen - und folglich ist es auch manchmal gar nicht so einfach, das alles unter einen Hut zu bekommen. Ein Tipp dazu: Einfach mal bei zwei oder drei Parametern anfangen (z. B. indem verschiedene Wassersorten gemischt werden, über Torf gefiltert wird etc.) und dann sehen, was daraus wird - aber ohne Tiere!

  • Wasser: Sofern Du auch zu den Pechvögeln zählst, die ihr Aquarienwasser zusammen mischen müssen, wirst Du auf Wässer unterschiedlicher Herkunft zurück greifen müssen. Messen kann man dabei viel - pH-Wert, Gesamthärte, Karbonathärte, Nitrit und Nitrat sind am wichtigsten. Letzte Sicherheit hinsichtlich der Bekömmlichkeit des Wassers geben Dir diese Messwerte allerdings auch nicht. Aber es gibt noch einen einfachen Bioindikator-Test. Dazu bringst Du das zu testende Wasser auf Aquarientemperatur und gibst ein paar Posthornschnecken aus Deinem Becken hinein. Wenn die nach spätestens einer Viertelstunde nicht wieder mit dem Herumkriechen beginnen, dann stimmt mit dem Wasser irgendwas nicht. Dieser Trick ist nicht von mir - ich habe ihn vor Urzeiten mal irgendwo aufgeschnappt. Und ausprobiert: Er funktioniert gut. Ich habe mir sagen lassen, dass es auch mit Schlammschnecken geht - dazu kann ich aber nichts sagen.





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